Schöne Welt – oder: Tübingen ist nicht Duisburg

Tübingen ist schöne Welt – viel Grün, Brunnen, freundliche Straßen, sanfter Dialekt, unaggressive Taubenbeseitigung, Radfahrer und Fußgänger, die sich gegenseitig auf engstem Raum Platz machen oder nicht, ein Schloss, das Wache hält – über Fledermäuse, ein Fluss, der Boote trägt und in der Sonne glitzert, Kinos, Theater, Straßenmusikanten von hoher Qualität und ein fröhlich grüßender Bürgermeister in Jogginghose.
Joggt durch die Haaggasse.
Die ist auch so. Spitzwegerisch. Trödel und Bücher hinter den Schaufenstern.
Frisches Obst, gen- und giftfreies Gemüse in der Kornblume.
Der Friseur steht vor der Tür und guckt die Straße hoch, und dann guckt er sie runter. Wo er hinsieht, die spitzen, roten Ziegeldächer, dahinter Hügel in getupfter Grünabstufung, dahinter blauer Himmel.

Kein Förderturm. Kein Schornstein. Kein Hüttenwerk. Und keiner sagt: Bis die Tage. Oder: Hau rein, oder einfach nur: Jau!

Der Tübinger grüßt Gott.