Siri Hustvedt ist das Sexsymbol des denkenden Mannes – Die besondere Erotik des Intelletuellenpaares Hustvedt-Auster

Du sollst deinen Partner nicht langweilen, ist das Credo von Siri Hustvedt und Paul Auster, und wohl auch das Geheimnis ihrer Ehe.

„Es gibt viele Arten zu leben. Ich habe beschlossen, mit einem Menschen zusammen zu sein, mit dem ich sehr viel teile und der mich immer wieder aufs Neue interessiert“, sagt Siri Hustvedt im ELLE-Interview (April 2014). „Ich suche ein intellektuelles Ego, davon gibt es nicht sehr viele. Ich will keinen Kümmerer und sehe mich auch nicht als eine dem Mann dienende Frau.“

Intellektuelle Menschen sind Jäger und Sammler, ständig auf der Pirsch nach aufregenden Gedanken und neuen Erkenntnissen. Und diese Beute wird freigiebig mit dem Liebsten geteilt.

So sieht auch meine Beziehungsvision aus: Austausch, gegenseitige Freude an Geist und Körper des anderen, intellektueller Input (der sich als erotischer Input niederschlägt), und, ganz wichtig: Großzügigkeit. Lachen und Weinen, Tiefe in Gefühl und Erkenntnis.

Das Ich, das sich, bei aller Verschiedenheit und Fremdheit, im Du widerspiegelt.

Paul Auster berichtet in „Winterjournal“, wie er und Siri ihren 30. Jahrestag des Kennenlernens feiern. Sie haben sich in einem New Yorker Hotel eingemietet, trinken Champagner und reden über ihre literarische Projekte. In dieser Hinsicht habe sich der Abend in nichts von jedem anderen Abend ihrer Ehe unterschieden, schreibt er. Denn ihre gemeinsamen Jahre haben sie mit dieser langen, ununterbrochenen Unterhaltung verbracht.

In ihren Büchern entblößen die beiden Ausnahmeschriftsteller schonungslos ihre Seelen. Weil sie Seelen haben, und weil sie sich in der Seele des jeweils anderen gut aufgehoben fühlen dürfen, können sie es sich leisten, diese auch mit uns Lesern zu teilen.

Danke! Das ist ein großes Geschenk.