Im Supermarkt

Wie ein Mantel, der sich über mich wirft und über mir zusammenschlägt und an meinen Schultern hängen bleibt, überfällt mich hinterrücks der Überdruss.
Ich schiebe den Einkaufswagen weiter, mit der Hüfte, die Hände wollen sich kaum heben. Gerüche in jeder Ecke. Essen, Essen, nichts als Essen. Ich will nichts kaufen, aber es ist nun einmal Fakt, dass in meinem Kühlschrank einiges fehlt. Milch. Das ist das Wichtigste. Wenn die Milch fehlt, werde ich panisch. Ich packe Milch in den Wagen, warum gibt es sogar bei Milch fünf, sechs, sieben verschiedene Sorten, keine Lust zum Überlegen und Vergleichen, ich nehme die erstbeste und mach, dass ich weiterkomme, ich brauche auch noch Kaffee und Kakaopulver und Butter und Zwieback und Blaubeeren, so und so, das reicht jetzt, Eier noch, Eier sind schon vorbei, keine Eier heute, nächstes Mal dann wieder vielleicht, und während ich auf das Ende der Warteschlange zueile und den Wagen vor mir her schubse oder von mir weg mit weit offener Handtasche darin, dass jeder zugreifen könnte wenn er wollte, doch das tut nie jemand, ist da dieser Überdruss bis fast zum Erbrechen wieder oder immer noch, ein schwarzes Loch randvoll Überdruss und an den Rändern Leute, Unmengen von Leuten mit Unmengen von Essen, das sie sich später einverleiben wollen, aber jetzt wollen sie erstmal bezahlen, diese tausend Teile, die sie auf das Laufband verfrachen, ehe ich endlich meine Sachen dazulegen kann, abgetrennt durch einen schmalen Plastikkeil, mein Essen, dein Essen, behalt dein Essen, bin weiß Gott nicht scharf darauf, lauter billiges Essen aus dem billigen Supermarkt mit seinen billigen Essgerüchen, viel zu viel Essen, viel zu viel.