Der vollkommene Augenblick

Samstag 11.14 Uhr. Die Eier kochen, Pm ist aus der Klinik zurück und mäht Rasen, ich trage das neue T-Shirt in gelb-blau-pink Batikoptik, das ich mir im letzten Sommer in Tübingen gekauft und noch nie getragen habe, ich trage die Teller und Brötchen raus auf die Holzterrasse, die Luft ist mild und feucht, im nahen Bonn wartet August Macke auf uns und heute Abend PM’s Freund Markus, bei dem wir essen werden, und plötzlich steht die Zeit still und es ist überhaupt ganz still (bis auf den Rasenmäher), alle restlichen Geräusche ausgeblendet wie von einem großen, transzendenten Schalter, weshalb ich zur Uhr hinaufsehe mit gesammeltem Bewusstsein wie selten und denke, diesen Augenblick solltest du nicht vergessen, weil es einer dieser Augenblicke ist, die sich nie mehr wiederholen lassen in ihrer Vollkommenheit.