Essen und Trinken in Portugal

Ich merke sofort, wir sind angekommen.

Paco de Arcos ist ein stiller, untouristischer Ort mit engen Straßen, unrenovierten oder sogar verfallenen Häusern, wilden Stränden, keiner Promenade, keinen Diskotheken etc., dafür gibt es kleine, nützliche Läden und ein Fischlokal erster Güte – das Restaurante Astrolabio.

Wir werden überaus freundlich kulinarisch beraten und bekommen dann jeder ein großes Stück gegrillten Fisch mit gedünstetem Gemüse und kleinen Kartoffeln. Der Nachtisch ist eine Spezialität des Hauses, süß und fein! Wir hauen eine Flasche Sekt weg – die Gläser sind weiß beschlagen vom Eis, was PM begeistert – und noch eine kleinere Flasche Vino Verde. Wir sitzen im Freien, unter Bäumen, die ein bisschen wie Mimosen aussehen, aber keine sind.

Mit vier so beflissenen wie kontaktfreudigen Kellnern tauschen wir Sprachkenntnisse aus. Einer von ihnen, Fred, schreibt mir portugiesische Redewendungen in mein Büchlein, das ich immer dabei habe. Unsere Konversation läuft auf Französisch, das lernen sie hier in der Schule und Fred behauptet, er habe mich anfangs für eine Französin gehalten, da muss ich aber doch lachen. Die Schulen müssen gut sein, so wie die Jungs sich unterhalten können. PM hat kein Französisch gelernt, spricht aber Englisch und ein wenig Italienisch und kommt auf Grund seines Sprachgefühls in jeder Sprache durch.

Später finden wir eine wunderschöne Bar mit einer Dachterrasse und trinken noch ein Glas Sekt. Man kann in die Fenster der umliegenden Häuser sehen, eine Frau bringt ihr Kind zu Bett, in anderen Fenstern schimmert das bläuliche Licht von Fernsehern. Der Vollmond steht über dem Horizont, und so kitschigschön kann nur die echte Natur sein, und wir reden über uns und über unsere Vergangenheit, und das ist einer dieser Abende, die ich auf keinen Fall vergessen will.

PM sagt, zum Diät machen ist Portugal nicht geeignet. Wie wahr, denn am Nachmittag waren wir schon in eine Bäckerei eingefallen und haben drei Stücke Kuchen gegessen, unter anderem die berühmten Pasteis de Belem. Das sind kleine, runde Blätterteigcremetörtchen, die ihre Berühmtheit zurecht haben und an jeder Straßenecke zu kaufen sind. Ein Nationalgebäck, sozusagen.