Weihnachten

Weihnachten nun doch alles ganz anders.

Anruf von T.: Er kommt mit Freundin und möchte bei mir feiern.
W., dem ich sofort eine Nachricht schrieb, meinte daraufhin, dann feiert er auch bei mir, weil er mit mir doch mehr zu tun hat als mit Dorle.
Dorle, die gastfreundlichste Weinachtsfeierin der Welt, nahm’s mit Fassung. Bin mir nicht sicher, ob sie nicht sogar so ein klitzekleines bisschen erleichtert war.
Komisch, erst gestern Vormittag hatte ich mich im Vorbeigehen bei Blumen-Bisinger erkundigt, ob sie Weihnachtsbäume auch nach Hause liefern und ob sie mir den Baum direkt in den Halter montieren würden, wenn ich den vorher bringe.
Wieso habe ich danach gefragt? Da wusste ich doch noch gar nichts, oder doch?
Jedenfalls hat mich die Zusicherung, dass mir rein theoretisch ein Baum geliefern werden könnte, auf eine unbestimmte, aber spürbare Weise beruhigt. Weil ich kein Auto habe. Weil diese Sache mit dem Baum mich leicht überfordert. Ich sagte mir, gut, dass ich dieses Jahr noch bei Dorle bin und mich um nichts kümmern muss.
Und dann kam T.’s Anruf.
Ich hab mich total gefreut. Trotz Baum und Arbeit. Warum ist fucking Weihnachten so wichtig? Warum ist es mir so wichtig, wieder selber und bei mir zu Hause zu feiern? Irgendwie ist es ein Zeichen von In-der-Welt-Sein. Von Gesundsein. Von Familie. Von Familienmittelpunkt.
Du musst dich um vieles kümmern, du brauchst den Baum, Geschenke, Essen, eine Idee, was du kochst, einen Plan, was ihr so macht den ganzen Abend lang, und du fragst dich, wie soll ich das bloß alles schaffen, aber du weißt genau: Du wirst es schaffen. Wie immer.
Das zu wissen, aus eigener Erfahrung zu wissen, das ist ein verdammt gutes Feeling.
Das alles zusammen ist ein verdammt gutes Feeling. Weihnachten. Bei mir. Zu Hause.

Und Dorle sehe ich dann am 1. oder 2. Weihnachtstag.