Die Causa Edarty

Sebastian Edarty guckt sich Bilder von nackten Kindern an.
Hans-Peter Friedrich ist schon über ihn gestolpert und von seinem Amt als CSU-Innenminister zurückgetreten.
SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat irgendwas gewusst und – nach Aussage Edartys – mit dem SPD-Parlamentatier Michael Hartmann die heikle Causa bekakelt.
Hartmann seinerseits hat schon seine eigene Affäre hinter sich: Im Juni dieses Jahres bekannte er, sich mit Crystal-Meth verbrauchte Energien zurückzuholen. Kurz: Er ist ein Junkie der allerhärtesten Kategorie.
Oppermann behauptet, sein Wissen über die Affäre für sich behalten zu haben. Doch Edarty hat gehört (direkt? über Dritte?), dass Oppermann am Rande der Bundestagssitzung am 17. Dezember 2013 zu Hartmann gesagt hat: „Falls sich Sebastian umbringt, wie positionieren wir uns gegenüber den Medien?“
Von dieser kalten und herzlosen Aussage zeigt sich Edarty entsetzt. Und wirft seinem früheren Fraktionschef menschliches Versagen vor.
Stellt sich die Frage: Wer von den Dreien ist eigentlich der Ekelhafteste? Ich will gar nicht wissen, welches Fotomaterial die übrigen Abgeordneten in einsamen Berliner Nächten konsumieren und wer von ihnen sich welche Pülverchen reinpfeift. Schon rein statistisch können Edarty, bzw. Hartmann nicht die einzigen sein. Ich will auch nicht wissen, wer von unseren Abgeordneten noch alles unmenschliche Technokratie mit Politik verwechselt wie Oppermann.
Sind Politiker ein Haufen mieser Typen?
Jedenfalls hat keiner von denen das Recht, mit Steinen zu werfen.
Überhaupt keiner – egal, wie man die Causa Edarty beurteilt – hat das Recht, über einen Selbstmord Edartys zu spekulieren wie über ein Alltags-Pech, das ein bisschen Ärger nach sich ziehen könnte.
Edarty musste im Februar sein Bundestagsmandat niederlegen.
Ich hätte nichts dagegen, wenn Oppermann, Hartmann und Konsorten es ihm gleich täten. Ich traue diesen Leuten keine verantwortungsvollen Entscheidungen zu.