Licht und Sinnlichkeit

Heute vor einem Jahr begann mein ganz subjektiver sog. dritter Lebensabschnitt.

Während der erste sich im Nachhinein als Blindflug (bei allem vermeintlichen Durchblick), aber auch als Emanzipation kennzeichnen lässt und der zweite geprägt war von Herausforderung, Chaos und Gewalt, beschenkt mich der dritte, soweit ich das aus der Unmittelbarkeit der Gegenwart heraus beurteilen kann, mit Sinnlichkeit und Licht. Und mit Erdung (oder wünsche ich mir die bloß, oder fürchte ich sie ganz besonders, weil sie meine künstlerischen Kreise stören könnte?)

(Emotionale und intellektuelle Verständnisweitung der Begriffe Eros und Licht; Beschäftigung m. Big Heroes Freud, bzw. Goethe.)

Hab ja auch einiges dafür getan. Die Sicherheitsplattform verlassen (sofern überhaupt noch existent), meinen seelischen Haushalt infrage gestellt/zerlegt, m. auf die Suche nach den passenden Teilen im Großen Puzzlespiel begeben, und immer noch wieder neue Lernprozesse …

Begegnungen mit Menschen, die ich mir vorher nicht zugetraut hätte.

Wenn ich früher erfahren hätte, dass es mir in dem Alter, in dem ich mich jetzt befinde, so gut geht, wäre ich sicher sehr neugierig auf meine Zukunft gewesen. Mit dieser Neugier sehe ich jetzt dem nächsten Jahr entgegen, überhaupt den nächsten Jahren.

Meine Theorie, dass Alter eine zutiefst konventionelle und wenig hilfreiche Kategorie ist, bestätigt sich immer wieder in meinem eigenen Leben. Mit dreißig kannst du dich grau und alt fühlen, mit fünfzig saftig und schillernd. Diese Zahlen haben allenfalls für irgendwelche statistischen Erhebungen Bedeutung, die ja im Allgemeinen auch höchst uninteressant sind, weil auf den Einzelfall, also dich, in den meisten Fällen nicht anwendbar.