Böse Geister

Was mir jetzt gerade auffällt: G. hat endgültig die bösen Geister vertrieben, die manchmal mit heimtückischer Nachhaltigkeit noch in den dunklen Winkeln des Zimmers hocken.
Wie reingehackt die Spuren im Parkett: Zerschlagene Teller (Rosenthal!), zertrümmerte Kirschbaumstühle und Kerzenleuchter, ein umgekipptes Bücherregal (warum eigentlich immer meine Sachen?), Gewalt und Chaos von zwei Jahrzehnten. Die Angst. Die Eifersucht (das Besserseinwollen als sämtlich Ex-, Immernoch- und Wiederfreundinnen zusammen; diese vollkommen vergebliche, von vorn herein zum Scheitern verurteilte Herausforderung; dieses Hochpeitschen von Leistungen, wo doch andere Qualitäten nie zum Glänzen kommen dürften).

Zwanzig Jahre alte Angst.

(Die Tyrannei* eines Ohnmächtigen. Die Macht eines Schwachen. Die billigste/risikoärmste Machtvariante eines Schwachen ist die Ignoranz. Gib jemandem zu verstehen, er ist Luft für dich, und seine Betroffenheit ist dir sicher.)

—————————————————–
*Tyrann bezeichnete in der griechischen Antike den Inhaber einer Tyrannis, später allgemeiner einen Herrscher, dem die Legitimität abgesprochen wurde (!) …