Der Partyanachronismus

Partys sind angestaubt, erledigt, altmodisch, anachronistisch, aus der Zeit gefallen, antiquiert, gestrig, unmodern. Obsolet. Gewesen, vergangen, vergessen. Versunken. Fern. Veraltet. Vorbei. Überlebt, überholt, überwunden.

Partymachen passt den meisten irgendwie nicht mehr ins Zeitmanagement.

Oder warum sagen so viele ab? Ein Drittel etwa laut Steves Privatstatistik, mit großem Bedauern und aus den seltsamsten Gründen, und ein paar melden sich erfahrungsgemäß dann noch am Tag der Party ab, weil da noch was anderes war oder weil sie sich nicht fühlen.

Von meinen ca fünfzig geladenen Freundinnen und Freunden blieben nach Steves Berechnung dann noch etwa dreißig Leute, und die sollten es auch allermindestens sein, schon wegen der Freundinnen und Freude, die Theater oder Lieder vorspielen oder eine Lesung machen, die also fürs Programm sorgen, worauf ich mich freue, ja ja!, und die, die vortragen, freuen sich auch.

Aber was kannst du schon machen, wenn sich kein Babysitter auftreiben lässt, der Großtante plötzlich beim Umzug geholfen werden muss oder das AUTO AUSGEBRANNT ist?

Dumm gelaufen! Übrigens war ich im vergangenen Jahr, wenn ich das jetzt mal so richtig an beiden Händen abzähle, auf exakt acht Partys unterwegs. Das ist verdammt wenig. Hey, was machen die anderen, wenn sie Geburtstag haben oder wenn der Sommer über sie kommt? Vorm Spiegel ein Gläschen Prosecco trinken? Guten Tach auch, du Ich? Wie gehts uns denn heute so?

Oh Mann, das ist laaaaangweilig.