Begegnung aus dem Nichts

Eine K. Kaskeline hat sich bei mir gemeldet, über das Kontaktformular meiner Autorenwebsite.

Sie hat meinen Artikel „Auschwitz ist überall“ auf der „Freitag“-Seite gelesen, in dem ich den jüdischen Teil meiner Familie recherchiert habe, die Kaskelines und ihre zum Teil recht prominenten Mitglieder/Künstler.

In einem Kommentar zu meinem Artikel hat sie noch einige Ergänzungen hinzugefügt. U.a. behauptet sie, Friedrich Kaskeline sei auf dem jüdischen Friedhof in Weissensee begraben.

Das glaube ich aber nicht. Passt nicht zu meiner familieninternen Information, dass er im KZ umgebracht worden sei. Nach Quellenlage sind Todesursache und -ort unbekannt. Sie schreibt selber, es sei lediglich eine These ihrer Familie; man habe seinen Namen auch bisher auf keinem der Grabsteine gefunden.

Ihr Großvater (Wolfgang Kaskeline) und meine Großmutter (Olga von Alt-Stutterheim) waren Geschwister. Damit sind wir Cousinen zweiten Grades. Sie schreibt sehr lustig, assoziativ und sprunghaft, großzügig gegenüber Grammatik und Orthographie, manchmal fehlt ein Wort, und sie stellt skurrile Behauptungen auf.

Sie malt, wie alle Kaskelines. Auf ihrer Facebookseite kann man die Gemälde anschauen, an denen sie gerade arbeitet. Spannend sehen sie aus, luftig zart wie hinter einem Nebel.

Ich bin neugierig, wer sie ist. Sie lebt in Berlin. Kinderlos, ledig, mit einem Meerschwein, wie sie schreibt. Sie schreibt auch, sie sei närrisch…