Jeansblaue Augen

Vorgestern war noch italienische Riviera. Shopping im Städtchen, nachmittags Intensiv-Baden und -Sonnen und zum Abschluss eine ausgedehnte Esserei (Fisch laut PM Note 1, Beilagen Note 2, weil nicht genug für einen Mann der Arbeit, Zitronensorbet Note 1, Stimmung 1 plus). Das Essen zog sich mit anschließender Bar-Visite bis ziemlich nach Mitternacht (auf dass der Hotelportier unser Klingeln nicht hörte und wir vorm Eingang herumhingen wie früher bei Verspätung vor dem verschlossenen Tor der Jugendherberge). H. hatte Geburtstag. Einige gelungene Überraschungen ließen ihn mal im wörtlichen Sinne sprachlos werden, was bei H. so selten vorkommt wie eine vorbeifliegende Sternschnuppe.

(Apropos: Der Schimmer des Fastvollmondes auf dem glatten Meer wie gewalzte Goldfolie. Weiter rechts das beleuchtete Hafenbecken und der kryptische Spielplatz, davor die Reihen leerer Liegestühle, und ab und an eine Vespa, die knatternd den Brückenbogen nachfährt – das war der theatralische Ausblick aus unserem Fenster.)

Gestern Rückfahrt, Stau am St. Bernardino und Staus auf der Strecke, abends schnelle Küche bei mir (Ligurisches Pesto), Champions-League-Endspiel, (K. flippte aus beim ersten Tor für Barcelona), Matratzen und Decken raus zwecks Übernachtung im Wohnzimmer, die letzten Proseccos, Hugos, Limoncellos…

Frühstück heute auf der Terrasse bei 26 Grad schon am Vormittag mit schwäbischen Brezeln und italienischem Käse.

Gegen Mittag fuhren sie ab, PM, H. und K. Komisches Gefühl. Der Abschied. Abschiede sollte es in meinem Leben keine mehr geben. (PMs Blick durch die Windschutzscheibe. Seine winkende Hand.)

PMs Augen sind jeansblau.

Jetzt: Mails beantworten, Telefongespräche, Korrekturlesen, Vorbereitung auf den morgigen Arbeitstag. Schneller Besuch von T., der morgen nach Kreta fährt und nächste Woche nach Petrosawodsk. Und wir düsen düsen düsen im Sauseschritt …

Und mit dem Kopf noch beim Gestern.