Wie aggressiv ist erlaubt?

Solange du dabei nicht destruktiv bist, solange du Kommunikation, Kontakt und den Weg nach vorne suchst – warum nicht?

Aggression im guten Sinne sucht zuerst nach dem Missklang im Akkord und dann nach einer Lösung.

Aggression hat auch was mit Kreativität zu tun. Mit Leidenschaft. Freundliche Leidenschaft kannste vergessen, gibts nicht.

Manche finden dich schon aggressiv, wenn du klar deine Meinung kundtust. Das wollen sie nicht, da fühlen sie sich angegriffen. Klarheit ist für manch einen wirklich bedrohlich. Als würden darauf böse Nachrichten folgen oder so was.

Die sogenannten Friedlichen gehen dem Streit lieber aus dem Weg. Sie denken, sie sind so friedlich, dabei ducken sie sich bloß weg. Und merken gar nicht, dass sie sich damit latent aggressiv verhalten. (Aggressionshemmung).

Sie  vermeiden die Konfliktlösung. Vermeiden, dass der Missklang sich endlich auflösen darf.  Und das macht dann erst recht aggressiv: Wenn einer nichts mehr sagt, oder sagt: Nichts, es ist nichts!, und dabei hörst du seine Kieferknochen knacken vor lauter Zähnezusammenbeißen,

dann schrei: Nicht mit mir!

Und wenn der dann nichts anders will außer dich runterdimmen: Dann lass das nicht zu. Schieb ihm einen Holzscheit zwischen die Zähne, setze ihn unter Alkohol, geh ihm kreativ und in kleiner Dosierung (wenn du das schaffst) auf die Nerven – alles ist erlaubt. Bis er nur REDET.

Exzessiv für andere da sein, immer zuerst die anderen – das ist auch latente Aggression. Aggro unterm Helfermäntelchen: Ich helfe dir, dann fällt das Unter-den-Teppich-Gekehrte nicht so auf. Dieser große Haufen Aggroelementarteilchen. Ich helfe dir, dafür siehst du nicht so genau hin.

Doch! Lass mich. Lass mich sehen. Nach vorne sehen.

Da, wo du stehst.