Springender Strom

Heute Morgen mit dicker Backe aufgewacht. Als hätte ich eine Kirsche darin gebunkert oder zu schlucken vergessen. Sieht entschieden blöd aus. Sprechen geht nicht, tut weh. Von der Arbeit abgemeldet, muss aber nachher trotzdem kurz hin, unaufschiebbarer Termin. Vorher zum Arzt – zu welchem bloß? Stresssymptom, keine Zahnsache. Ich kenne das schon von früher, z.B. bei meiner ersten Hochzeit …, aber nicht in dem Ausmaß. Das geht bis zum Auge hoch! Die letzten Monate mit nicht enden wollendem Anwalt-Notar-Papierkrieg-Wohnungs-Scheiß waren ungefähr so, wie wenn du im stetig steigenden Wasser stehst und du merkst/siehst – ha! – es nicht, außer dass du keine Luft mehr kriegst.

Gestern war der Elektriker von dem wunderbaren Lampenladen da, aus dem fast alle meine Lampen her sind. Er hat mir erklärt, warum in meiner Wohnung immerzu die Birnen kaputt gehen: Es hängt zu viel Schnickschnack an den Schienen, bzw. am Seilsystem. Da wird der Strom umgeleitet, springt hin und her und weiß nicht mehr wohin. Das muss einem erstmal einer sagen.

Für solche Sachen und für vieles mehr stehe ich jetzt alleine in der Verantwortung, das wird mir in Momenten wie diesem krass bewusst. Der Elektriker hat erstmal eine größere Bestellung Glühbirnen aufgenommen. Und Steve und D. stehen da und gucken mich an mit großen Augen.