Begegnung in der Fußgängerzone (vor Zinser)

Du stehst ein bisschen im Weg.

Nee, du, da sind doch gut vier Meter Platz.

Aber trotzdem.

?

Wenn jetzt jemand entgegen kommt, kommt er nicht durch.

Du, im Moment kommt ja aus beiden Richtungen niemand.

Es könnte aber sein, dass das gleich passiert…

Dann geh ich mit meinem Rad beiseite. Versprochen.

Könntest du doch gleich!

Irgendwie kommst du mir gerade so ein bisschen hilfssheriffmäßig vor, weißte? Vielleicht solltest du ein Praktikum bei der Polizei machen, da kannst du noch viel mehr Leute auf ihr Fehlverhalten hinweisen.

Ich verhalte mich eben immer so, dass ich es so mache, wie ich es mir auch von den anderen wünsche – du weißt schon:  Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

Ach! Ich tu aber gerade nichts, das ich nicht will, dass andere es mir tun.

Aber du stehst im Weg!

Weißte was? Das musst du jetzt mal aushalten. Ich bleibe nämlich jetzt hier stehen, und du kannst dich hinstellen, wo du willst.

Ich würde an deiner Stelle aber –

(Jemand streift im Vorbeilaufen meine sehr große Tasche, die aus dem Fahrradkorb hängt)

Siehst du, jetzt hat sich schon jemand angestoßen!

Oups, an meiner Tasche. Der ist jetzt bestimmt schwer sauer auf mich …

Genau! Und ich hab’s gleich gesagt und steh neben dir.

Brauchste ja nicht. Ich muss eh. Tschüss, du, bis zum nächsten Mal.