Was ich schon immer mal

… tun wollte? Nö, bedaure, da fällt mir nichts ein. Was sollte ich schon tun wollen, was ich nicht tun kann? (Boah!) Eine andere Sache ist: Was ich schon immer mal sagen wollte! Sagen lässt sich doch immer was. Andererseits betrifft zu Sagendes meistens die Vergangenheit. Und die ist, wenn vielleicht noch nicht verdaut, so doch gegessen. Der Adressat ist zu alt oder zu tot oder er hat die Angelegenheit, um die es geht, gar nicht mehr auf der Agenda. Es gibt da diesen Point of no Return, da sind die Würfel gefallen. Worte lösen keine Reaktion mehr aus außer Verwunderung oder Langeweile. Es gibt nur noch das Schweigen – und die Abscheu, die jedes gesprochene Wort mit sich bringen würde und die auch ohne die Worte da ist, eine mit dem Schweigen verbundene Abscheu, die dich mit einschließt, ob du willst oder nicht. Was ich schon immer mal sagen wollte, also, eigentlich eher nichts. Nichts, worüber sich zu reden lohnt.

 

(Sonne. Terrasse. Bahnhofskneipe. Meine Schreibmädels. Eiskaffee. Vorferienstimmung. Zuglärm. Menschen beim Ankommen und Warten. 15.30 Uhr)