Arbeitstreffen

Montag. Sehr ergiebiges Arbeitstreffen zu viert in der sehr sehenswerten Wohnung der Schriftstellerin Herma K. und ihrem Mann in Charlottenburg.

Pralinen von Café Fester – am Spandauer Marktplatz – mitgebracht. Sie wurden überschwänglich gelobt und sofort aufgegessen.

Das Haus von H. und K. ist in Berlin-Spandau. Das heißt, fünf Tage lang wohne ich jetzt in Spandau. Es steht in einer Sackgasse, die parallel zur Straße verläuft. Auf der Rückseite des Hauses ist ein wilder Garten mit haushohen Birnenbäumen. Weiter hinten eine alte, von Pflanzen größtenteils verdeckte  Mauer. Das Haus ist irre groß. Es geht über drei Etagen und hat Anbauten mit beängstigend niedrigen Dienstmädchenkammern. Es hat auch einen quadratischen Hof und einen Schuppen und einen Keller mit Stahltür und Bunkerfunktion und verschieden hohe Eingänge vorne und hinten. In allen Zimmern sind doppelte Fensterflügel, die weiß gestrichen sind und mit kleinen Haken verschlossen werden. Es macht Spaß, sie nach einem Blick nach draußen – auf Brücke und Havelufer – zuzuklappen, und mit jedem Handgriff wird der Lärm von der Straße weniger. Im Treppenhaus ist das Linoleum so blank gebohnert, dass es wie nass aussieht. Wenn man von der Straße herein kommt, riecht es nach alten Geschichten. Das Haus birgt Geheimnisse, ganz klar.