Toskanisches

Pinien, die wie dunkle Schirme in der Landschaft stehen, Zypressen wie schwarze Ausrufezeichen vor dem Himmel am Saum einer Allee oder manchmal auch eines Friedhofes, Sonnenblumenfelder, Olivenhaine, Mais- und Weinplantagen, Tomaten, die, vor allem beim Anfahren und Bremsen, aus Lastwagen kollern, am Straßenrand das verschwenderische Magentarot des Oleanders, der landeinwärts in meterhohes Schilf übergeht, unerreichbar und in weiter Ferne die Dörfer, geschachtelte Kompositionen an den Berghängen oder on the top mit einer wehrhaften Burg und immer schön um den unhinterfragten Mittelpunkt, die Kirche, angeordnet, was wäre die Toskana, was Italien ohne Kirchen, wir fahren über fast ausgetrocknete Flussbecken und grüne Täler an verlassenen Häusern vorbei und an noch geschlossenen Tavernen in der Mittagshitze und manchmal über einen kalkig türkisen Bach, der die Felder wie mit dem Lineal gezogen teilt.

Pisa ist nicht nur der schiefe Turm und Dom und Baptisterium, doch für mehr ist leider keine Zeit, und so bleibt diese sehr lässige, stimmungsvolle Stadt mit ihren Plätzen und zahlreichen historischen Gebäuden, mit ihren Brücken und Cafés ein weiterer Ort auf unserer imaginären Liste, den wir noch einmal, irgendwann, sehen möchten.