Von Menschen und Krankheiten

Seit zwei Tagen bei Jérôme und Beret in Kiel (das letzte Mal Frühjahr 2014 hier).
Große Freude beim Wiedersehen. Jerome geht’s nicht gut, die MS, diese Scheisskrankheit, hat ihn im Griff. Beret und er lachen viel zusammen. Jeromes Beine knicken weg und sie lachen, sie stehen zusammen unter der Dusche und ich höre sie lachen und fluchen gleichzeitig, der Rollator fliegt mit großem Gepolter die Treppe runter, sie sehen ihm von oben hinterher, Beret Jerome um die Taille haltend, und kippen sich aus vor Lachen, Jerome wacht in der Nacht auf dem Boden vor seinem Bett auf oder auch schon mal im Kleiderschrank und erzählt es uns, und Beret und ich lachen mit, weil er es so lustig erzählt, weil wir froh sind, dass nichts Schlimmes passiert ist, diesmal.

Manchmal lachen sie auch überhaupt nicht. Dann sind sie verzagt und unglücklich. Was wird morgen, was nächstes Jahr? Und manchmal auch gereizt. Gibt es Verhältnisse, die, sozusagen vom moralischen Aspekt, Gereiztheit ausschliessen? Weil der andere in jedem Fall beschissener dran ist als du? Beret schafft das.

Neuester Familientratsch: Berets 85-jährige, inzwischen verwitwete Mama, dreifache Siegerin über den Krebs, verbringt ihre Tag mit Einkaufen und Rezepte-Ausprobieren, neuerdings am liebsten die von Chefkoch.de!

Recherchearbeit für neues Interview. Zur Abwechslung hat sich diesmal jemand bei mir gemeldet, der seine Geschichte erzählen u aufbewahrt wissen will. Neue, gute Erfahrung, und erspart mir die oft langwierigen Acquisevorgänge.

Bis Montag muss der Einleitungstext fertig sein.

Sonne lacht, Blende acht, würde PM heute Morgen sagen, wenn er hier wäre. Ich vermisse ihn.