An Büchern leiden?

Irgendwie mag ich Bücher, die ich nicht so ganz verstehe. Wie J. Franzens „Korrekturen“. Seitenweise wird da Chemie-lastiges Expertenwissen über die Entwicklung eines Medikaments ausgewalzt, das für den Plot von Bedeutung ist. Sehr seltsam. Das Buch, so scheint mir, will was von mir, es fordert mich zum Duell – und schlägt mich gelegentlich. Das erste Mal ging mir das vor vielen Jahren so mit Irmtraud Morgners „Trobadora Beatriz“. Vor der Uni-Frauengruppe hielt ich ein flammendes Plädoyer für den Roman, nicht ohne zu erwähnen, dass man die Geschichte vielleicht nicht ganz checkt, was aber nichts ausmacht, im Gegenteil. Leider fand sich nicht eine Mitstreiterin. Dafür misstrauisches Gelächter und kein Interesse. Anscheinend habe ich eine besonders ausgeprägte Leidensbereitschaft, was das Lesen angeht …