Tapas, Trump und nochmal Trump

Samstag. L. und ihr neugeborenes Baby in Köln besucht. Sehr, sehr süß. Anschließend in Bad Godesberg ins Kino: Kundschafter des Friedens mit Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Thomas Thieme und Jürgen Prochnow. Besonders hervorzuheben: Winfried Glatzeder als Romeo-Agent! Schöner, lustiger, ein bisschen melancholischer Film mit guter Musik. Auswertung des Films und des Tages insgesamt in der Tapas-Bar De Dos.

PM hat heute Mittag, während ich Kuchen für die Kölner besorgen war, Ursel am Kopf genäht. Ihr ist eine Kiste drauf gefallen. Nach einer halben Stunde war er schon wieder von der Klinik zurück, und ich hätte es gar nicht mitbekommen, wenn er es nicht erzählt hätte.

Trump beherrscht die öffentliche Diskussion. Europa ist von der Leine gelassen, Trump interessiert sich nur für America first!, und die Journalisten kriegen sich gar nicht mehr ein, wie schlimm und psycho er ist. Radio, Fernsehen, Zeitungen, alles ist Trump! Wer sich nicht aufregt, wer nicht den Weltuntergang nahen sieht, macht sich verdächtig. Anstatt sich lieber mal Gedanken zu machen, wohin es ohne Big Daddys Anweisungen aus dem Weißen Haus mit uns gehen könnte … Trump ist die demokratische Antwort auf eine Politik der Arroganz und Ignoranz – wie in Deutschland die AfD. Jetzt ist er da, unterschreibt ein Dekret nach dem anderen – immerhin hat er TTIP auf Eis gelegt, wofür vor ein paar Monaten bei uns noch Zehntausende auf die Straße gegangen sind – und trifft seltsame, zum Teil menschenverachtende Entscheidungen, von denen keine einzige wirklich überraschen kann, weil sie alle angekündigt waren. Trump führt aus, was er im Wahlkampf versprochen hat. Vielleicht ist die Zeit gekommen, den eigenen politischen Standort selbstkritisch neu zu interpretieren und das linke Selbstverständnis zu hinterfragen. Mit links meine ich übrigens ein Selbstverständnis, das sich nicht auf Genderfragen und Clean Eating reduziert. Das wäre die historische Chance Trump.