Gute Nacht

Freitag. Umfängliches Abendessen zu siebt. T.’s neue Freundin J. ist auch dabei, spontane Sympathie zw. ihr und – allen.

Steve kann leider nur solange bleiben, bis sein Zug fährt. Er geht über die Feiertage heim nach Oberhausen, wo gestern ein Fast-Anschlag durch die Polizei vereitelt worden ist. Es rückt immer näher, sagt Steve.

Lange gequascht. Schöne Atmosphäre. Trotz bedrückender Nachrichten: Der tunesische Attentäter von Berlin ist in Mailand bei einer zufälligen Ausweiskontrolle erschossen worden. Im Internet finde ich ein Bild von seiner Mutter: Eine einfache Frau mit Kopftuch, die im Eingang eines weißen Flachdachhäuschens steht und die Welt nicht mehr versteht. Wie es ihr wohl damit geht, dass Fotografen und Journalisten zu ihr da raus kommen, um ihr mitzuteilen, dass ihr Sohn gerade von italienischen Polizisten abgeknallt worden ist? Und dass alle Welt darüber froh ist?

Ich bin auch froh: Darüber, dass sie alle hier bei mir um den Tisch sitzen, Grünkernklösschen, Karotten und Apfelkompott futtern und sich zu Hause fühlen.