Glyphosat und die Spur des Geldes

Die Tatsache, dass Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vor dem EU-Berufungsausschuss in Brüssel pro Glyphosat gevotet hat, obwohl er sich laut Koalitionsvertrag hätte enthalten müssen, ist ein Skandal.
Nicht nur, weil Schmidt mit seinem Alleingang dazu beigetragen hat, dass das Totalherbizid fünf weitere Jahre unsere Lebensmittel und Böden vergiften darf. Sondern weil das Lobbyistentum sich einmal mehr gegen demokratische Grundregeln durchsetzt.
Der Vorfall – von Merkel gerügt: „Das darf aber nicht nochmal vorkommen!“ – hinterlässt bei mir und offenbar auch bei vielen anderen Bundesbürger*innen das üble Gefühl, nichts mehr auszurichten gegen die Wirksamkeit einer Wirtschaftsarmada, die blind der Spur des Geldes folgt.
Wir können wählen gehen, wir können Protestschreiben unterzeichnen, wir können auf Demos rennen. Vielleicht sollten wir wieder dazu übergehen uns anzuketten, an die Säulen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft etwa, um uns Gehör zu verschaffen.
Was nützen uns demokratisch gewählte Regierungsmitglieder, die nicht nur auf den Koalitionsvertrag, sondern auf den Willen des Großteils des Bevölkerung pfeifen?