Von Leuten und Lichtern

Samstag Morgen einkaufen gehen, also echt gehen so slow-motion-mäßig in dieser Und-täglich-grüßt-das-Murmeltier-Stimmung, mit Leuten quatschen, wer wo die besten Brötchen holt – OmG, die allerbesten hat natürlich Café Lieb! – der rumänische Bettler, der seit gefühlten hundert Jahren in der Unterführung steht und friert, grüßt so freundlich wie jeden Tag und ich sehe, dass ihm noch ein Zahn mehr fehlt, so würdevoll dankt er für das Münzgeld, dass allein das schon Grund genug ist, die Ampel springt auf Grün, das übliche Gerangel Radfahrer vs. Fußgänger, am Postschalter Minitalk mit Herrn K., der sich erstmal informiert, für wen überhaupt das Päckchen ist, bei Rewe den Grundbedarf fürs Wochenende decken, PM schläft noch, der Winter ist eingebrochen, Schnee fällt, Lichter leuchten, im Schaufenster hängt ein schönes Kleid, in Gedanken gehe ich die Mails durch, die ich heute schreiben, die Texte, die ich heute korrigieren muss, bald ist Weihnachten und irgendwie schafft dieses Fest es immer, dass man anders drauf kommt.