P & P

Dienstag, Tübingen. Und gleich gehts zurück nach Eisenach. Morgen sechs Stunden Deutsch, Ende Mai ist Prüfung zum Hauptschulabschluss. Nachmittags Schreibwerkstatt mit meinen JungautorInnen. Bin in der Woche in Tübingen zur Ruhe gekommen. Luxusstatus: Keinerlei Verpflichtungen, nur Treffen mit Freunden und Familie, Kino („Die reichste Frau der Welt“, gespielt von der erstaunlichen Isabelle Huppert), meine wunderbare Erwachsenen-Schreibwerkstatt, Lesen und Schreiben. Mit Ch. Gespräche wg. des neuen Buches, bei den JungautorInnen ist in den letzten Monaten schon wieder einiges an Texten entstanden. Sie übernimmt wie gehabt das Layout und die Covergestaltung, das ist eine hoffnungsfrohe Perspektive. Vorbereiten auf die PEN-Tagung im Juni

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Ungeil

Samstag, Tübingen. Wenn jemand für 8,90 € Kaffee und Kuchen konsumiert hat und mit einem 10-€-Schein bezahlt und sich 1 € zurückgeben lässt, dann formiert sich der Gedanke, das wars mit der Freundschaft. 

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PEN

Donnerstag, Tübingen. Gestern bin ich dem PEN-Zentrum Deutschland zugewählt worden. Im Juni darf ich an der viertägigen Jahrestagung in Nürnberg teilnehmen, andere schreibende Menschen kennenlernen, mich austauschen und vernetzen. Es ist mir eine Ehre, Mitglied des PEN Deutschland zu sein. Ich freue mich sehr.

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So schnell

Montag. Ein Eichhörnchen ist in der Regentonne ertrunken. PM hat es herausgeholt und entsorgt. Wie traurig, als ich von der Arbeit zurück war, habe ich es, glaube ich, noch auf dem Weg vorm Haus gesehen. Ich habe in der Küche den Kaffeerest vom Morgen getrunken und durch die Glastür eine schnelle Bewegung wahrgenommen. PM sagt, das war sicher ein anderes, hier gibt es so viele. Ich glaube aber, dass es genau dieses Eichhörnchen war. Und im nächsten Moment muss es auf die Regentonne gesprungen und ertrunken sein, von einem Moment auf den anderen.

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Kultur und Pläne

Sonntag. Da muss man also in die Provinz gehen, um so eine phantastische Aufführung von 1984 zu sehen – überzeugendes Script, tolle Schauspieler und ein wirklich beeindruckendes Bühnenbild. Unaufdringliche, stimmige Zitate aus anderen Werken, etwa die ikonische Schafherde aus Chaplins Moderne Zeiten oder die Bestrafungsstromschläge aus dem Milgram-Experiment bzw. Das Schweigen der Lämmer. Gedankenverbrecher, Krieg ist Frieden, Doppeldenk, die ganze Orwellsche dystopische Vision auf der Bühne: der endgültige Sieg des totalitären Regimes über das Individuum. Nur das Ende ein wenig abgefedert, nach der psychischen Hinrichtung wird auf die Exekution verzichtet. Und heute gehts gleich weiter mit einem Gottesdienst in der Georgenkirche,

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2 Familienromane

Samstag. Zwei Familienromane parallel: Natalia Ginzburg, Alle unsere Gestern (Wagenbach 2025), und Iris Wolf, Die Unschärfe der Welt (Klett Cotta, 2025). Der eine Pflicht, der andere Kür (oder Belohnung). Die beiden Männer umarmten sich, und Bene dachte, dass es eine Umarmung war, die keine Zeit kannte. (Wieso?) … Laub raschelte, Vögel flogen auf. Ein Geräusch von absoluter Gegenwärtigkeit (Wieso?) Dann sah er eine Frau. Dünn, fast hager, im dunkelblauen Mantel, das Kopftuch am Hinterkopf geknotet. Inr Gesicht trug noch denselben entschiedenen, kompromisslosen Zug, der ihr zu eigen war. (S. 176) Hilfe, hilfe, ich ertrinke! In viel zu vielen Worten. In

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Schicksal

Donnstertag. J.: Und dann drückt sie mir ein Messer in die Hand und sagt: Bring dich um. Das kenne ich. Meine hat gesagt, sie hat kein Bock mehr auf mich, und ich bin ins Heim. Vielleicht wäre sie auch froh, wenn ich mich umbringe. Sagt S. Es geht immer noch schlimmer. Sie reden von ihren Eltern, und die wollen ihnen ans Leben oder sie wenigstens loswerden. „Ins Heim“, wie sie hier in Ostdeutschland sagen, mit der ihnen manchmal eigenen Schonungslosigkeit. Sie leben damit, ich frage mich, wie. Weihnachten ist das Schlimmste, sagt Y. Da hatten sie Streit und meine Mutter

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Lesung Bad Langensalza

Im Mai lese ich in der bezaubernden Buchhandlung Buchgeschwister in Bad Langensalza: Was wirklich zählt – 18 Mal Hoffnung in Krisenzeiten Lesung, Diskussion, Austausch, zusammen einen schönen Abend haben – Donnerstag, 21.05.2026, 19 Uhr Buchhandlung Buchgeschwister Bad Langensalza Mühlhäuser Str. 39 99947 Bad Langensalza Um Voranmeldungen wird gebeten: 03603 842449 Kontakt

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Nach vorn und zurück

Sonntag. Der Abend bei P. wirkt nachhaltig. So inspirierend, mein Geist empfängt direkt wieder Vibrations – danke, ihr tollen Menschen. Morgens um halb drei, die letzten Gäste, laufen wir durchs menschenleere Eisenach nach Hause. Um neun gehts schon wieder weiter, nach Hamburg zu meinem Lieblingsonkel Uli. Zweite Tour durch sein nun schon recht leer geräumtes Haus, und doch finden wir noch einen Sessel, einen Tisch mit eingelassenem Leder, schöne Gläser, ein paar Bücher … Er hat dieselbe Angewohnheit wie ich, in Büchern Zeitungsausschnitte und Postkarten zurückzulassen. Allein die alle zu lesen, bräuchte man 2 Wochen Zeit. Schöne Begegnung voller Melancholie

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Investigativ – na und?

Samstag. Na ja, es weiß ja eigentlich schon jeder, aber der Vollständigkeit halber: https://youtube.com/shorts/FcoaeKd7WZU?si=cYf3ixvHQ8mUjVfT Die Nordstream Pipeline ist mit Selenskis Genehmigung gesprengt worden. Nix Russen! Die CIA hat es schon lange gesagt. Nun legt es auch der Chefkorrespondent für europäische Politik beim Wall Street Journal, Bojan Pankevksi, bei Markus Lanz dar. Hier bei Ronzeheimer noch ausführlicher, habs verstanden und keine Lust, mich näher damit zu beschäftigen. Unsere Milliarden fließen trotzdem weiterhin in das Schwarze Loch Ukraine. Es geht ja um den Russlandfeldzug, den es endlich zu gewinnen gilt …

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