Welche Werte

Freitag. Ein Lehrer ist in einem Pariser Vorort auf offener Straße geköpft worden. Grund: Er hatte über die Freiheit der Presse gesprochen und eine lustige Karikatur gezeigt, welche, das sage ich hier sicherheitshalber nicht.
Jedesmal, wenn ich vom „Amt“ nach Hause gehe, muss ich jetzt daran denken, wie ein Zwang ist das. Habe ich alles zur Zufriedenheit aller gemacht, was ja definitiv nicht möglich ist, oder könnte irgendein Irrer auf die Idee kommen, mir den Kopf abzuschlagen?
Macron hat zum Glück deutliche Worte für die Tat gefunden: „Ich möchte heute Abend allen Lehrern Frankreichs sagen, dass wir mit ihnen zusammen sind, dass die ganze Nation heute und morgen an ihrer Seite sein wird, um sie zu schützen, zu verteidigen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre schönste Aufgabe zu erfüllen, die es gibt: freie Bürger zu machen“, sagte er. Und: Die Bildung sei ein hohes Gut. Es sei kein Zufall, dass ein Terrorist ausgerechnet einen Lehrer ermordet habe, weil er das Land in seinen Werten habe angreifen wollen. Dieser bei den Schüler*innen beliebte und engagierte Lehrer sei ermordet worden, weil er für Meinungsfreiheit eingestanden habe.

Von Kevin Kühnert ist im Spiegel ein super Beitrag zu dem schockierenden Vorfall erschienen: Die Linke und der Islamismus. Sehr toll und längst überfällig, dass er das Thema auf den Tisch bringt!

„Die politische Linke sollte ihr Schweigen beenden“

Ein Gastbeitrag von Kevin Kühnert. In Frankreich wird ein Lehrer enthauptet – und wir finden keine Worte. Wenn die politische Linke den Kampf gegen Islamismus nicht länger Rassisten überlassen will, muss sie sich endlich mit diesem blinden Fleck beschäftigen.
21.10.2020, 13.20 Uhr

Foto: Marie Magnin / imago images

Fünf Tage nach der islamistisch motivierten Tötung des französischen Lehrers Samuel Paty gedenkt die französische Republik im Rahmen einer nationalen Gedenkfeier des Opfers. Paty, der im Rahmen seines Unterrichts wiederholt die Mohammed-Karikaturen der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ als Beispiel genutzt hatte, um über Meinungsfreiheit diskutieren zu können, wurde am 16. Oktober von einem 18-Jährigen enthauptet. 

Am Anschlagsort Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris sowie in der Hauptstadt versammelten sich in den vergangenen Tagen Tausende, um ihrer Trauer und Wut Ausdruck zu verleihen. Frankreich ist aufgewühlt, weil terroristische Anschläge in den vergangenen Jahren zu häufig verübt wurden, um sie noch glaubhaft zu fürchterlichen Einzelfällen erklären zu können.

Foto: Michael Kappeler/ DPA

Kevin Kühnert, 31, ist Bundesvorsitzender der Jusos und stellvertretender Vorsitzender der SPD. Im November gibt er den Chefposten bei der Nachwuchsorganisation ab. Kühnert bewirbt sich in Berlin um eine Kandidatur für den Deutschen Bundestag.

Und in Deutschland?

Herrscht weitgehende Stille.

Wir, die wir uns bei jeder sich bietenden Gelegenheit der aus Krieg und Terror gegen jede Wahrscheinlichkeit gewachsenen französisch-deutschen Freundschaft versichern, finden keine Worte für unsere Nachbarn. Und es drängt sich der Eindruck auf, als würden wir auch gar nicht nach welchen suchen. Statt über Paty zu sprechen, diskutieren wir über das Party-Verhalten von Jugendlichen in Corona-Zeiten.

Neben wenigen Stimmen der ehrlichen Empathie melden sich in Deutschland bislang vor allem einige Rechtsaußen zu Wort, die dem links-liberalen Lager vorwerfen, es würde insgeheim mit Islamisten kuscheln. Die bestialische Tötung eines Menschen verkommt so innerhalb weniger Tage zur politischen Limbostange, mit der auf dem politischen Parkett nach bekannten Regeln zum Tanz aufgefordert wird.

Ist das ein angemessener Umgang mit der Situation?

Natürlich nicht. Insbesondere die politische Linke sollte ihr unangenehm auffälliges Schweigen beenden. Nicht, weil sie von rechts mit durchschaubaren Argumenten dafür kritisiert wird. Sie muss das Wort erheben, weil es auch und insbesondere ihre proklamierten Werte sind, die bei ausnahmslos jedem Terroranschlag mit Füßen getreten, mit Messern erdolcht und mit Sprengsätzen in die Luft gejagt werden. Ich meine damit nicht allein die Verletzung elementarer Grund- und Menschenrechte, die richtigerweise universell sind und keinem politischen Lager gehören. Und erst recht geht es mir nicht um ein politisch inszeniertes Betrauern der Opfer oder gar das Durchleuchten ihrer Grundhaltungen. Mitgefühl und Trauer sollten Eckpfeiler zwischenmenschlichen Anstands sein und keine politische Bückware, die nur auf Nachfrage ausgereicht wird.

Nein, als links denkender Mensch entsteht zumindest meine Empörung aus etwas anderem. Mich beschäftigt das in der beispiellosen Anmaßung zum Richter über Leben und Tod mündende Menschenbild der Täter.

Diese Selbstermächtigung, (über) andere zu richten, stellt nicht nur einen ungeheuerlichen Eingriff in die erstrittenen Regeln menschlichen Miteinanders dar. Es handelt sich auch um durch und durch autoritäre Taten, die sich nicht nur gegen Recht, Gesetz und gesellschaftliche Normen, sondern insbesondere auch gegen die von links proklamierte Gesellschaft der Freien und Gleichen mit mörderischer Brutalität wendet. Wie kann man das übersehen oder gar dazu schweigen?“Es steht der Vorwurf im Raum, in linken Weltbildern gebe es „richtige“ und „falsche“ Opfer oder Täter. Und auch wenn dieser Vorwurf polemisch und pauschal daherkommen mag, so kann doch der Eindruck entstehen, dass da ein Funke Wahrheit im Spiel ist.“

Nun ist es in Zeiten unserer heutigen Informationsgesellschaft unwahrscheinlich, dass sich die Nachricht eines solchen Terroraktes nicht binnen fünf Tagen bis in die meisten Ecken der Gesellschaft herumgesprochen hat. Das Schweigen muss also andere Ursachen haben und die dürften vielfach auch mit der islamistischen Motivation des Attentäters zu tun haben.

Ich bin überzeugt, dass viele von uns dem vom rassistischen Ressentiment lebenden politischen Gegner keine ungewollten Stichworte liefern wollen. Und dass wir durch unser Schweigen genau das Gegenteil dessen erreichen, weil es als Argument gegen uns in Stellung gebracht wird. Und weil dieser Umstand die Ressentiments verstärkt, vor denen wir betroffene Menschen eigentlich schützen wollen.

Es steht der Vorwurf im Raum, in linken Weltbildern gebe es „richtige“ und „falsche“ Opfer oder Täter. Und auch wenn dieser Vorwurf polemisch und pauschal daherkommen mag, so kann doch der Eindruck entstehen, dass da ein Funke Wahrheit im Spiel ist.

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie nach dem Tod von Daniel H. im Sommer 2018 in Chemnitz minutiös sein Facebook-Profil öffentlich besprochen wurde. Immer auf der Suche nach Hinweisen auf seine politische Einstellung und mündend in Überschriften wie „Opfer von Chemnitz war Deutschkubaner – und links“.

War das für unser Mitgefühl wirklich wichtig? Hätten wir um einen Liberalen ernsthaft weniger getrauert?

Heute mache ich ganz ähnliche Beobachtungen. Penibel wird in vielen Beiträgen über Samuel Paty darauf geachtet zu erwähnen, er habe muslimischen Schülern während der Präsentation der Mohammed-Karikaturen die Möglichkeit gegeben, den Klassenraum kurzzeitig zu verlassen.

Das war zweifelsohne ein kluger pädagogischer Schachzug. Aber was tut das im Kontext seiner Ermordung zur Sache? Es wird ja wohl niemand ernsthaft argumentieren wollen, ein weniger sensibel agierender Lehrer hätte den Tod oder zumindest weniger öffentliche Anteilnahme verdient gehabt. Erliegen wir vielleicht einfach der Versuchung, uns in einen sinnlosen Kampf um die Deutungshoheit mit Rechtsaußen zu stürzen, in dem die Opfer des Terrors zu Beweismitteln eines politischen Indizienprozesses gemacht werden?

Unser universalistisches Verständnis von Grund- und Menschenrechten erfordert als Kehrseite der Medaille ein ebenso universalistisches Verständnis von Menschenfeindlichkeit und ein kompromissloses Einvernehmen über deren Ablehnung in all ihren Spielarten. Auf dieser Grundlage können wir rassistische Debattenbeiträge einfacher isolieren.

Denn wer Terror und die ihn treibenden Ideologien ablehnt, der muss sich konsequenterweise gezielt gegen die Vertreter und Anhänger dieser Ideologien wenden. So wie der Attentäter von Conflans-Sainte-Honorine einer war. In diesem Fall: ein Islamist. Der Kampf gegen diese Leute und ihr Denken muss unser ureigenes Anliegen sein.“Will die politische Linke den Kampf gegen den Islamismus also nicht länger Rassisten und halbseidenen Hobbyislamforschern überlassen, dann muss sie sich endlich gründlich mit dieser Ideologie als ihrem wohl blindesten Fleck beschäftigen“

Rechten Kulturalisten geht es hingegen um eine ethnische Sortierung der Gesellschaft und somit um Sippenhaft. Sie argumentieren nur vordergründig gegen den Islamismus und meinen eigentlich doch das vermeintlich Fremde des Täters, das bekämpft werden soll.

Der ist ihnen nämlich nicht zuerst als Person suspekt, sondern durch seine vermutete oder tatsächliche Herkunft. Die rechtsradikale französische Oppositionsführerin Marine Le Pen äußerte zudem am Wochenende in martialischer Weise, der Islamismus müsse „mit Gewalt“ aus dem Land vertrieben werden. Das lässt tief blicken. Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, der sieht eben in jedem Problem einen Nagel.

Will die politische Linke den Kampf gegen den Islamismus also nicht länger Rassisten und halbseidenen Hobbyislamforschern überlassen, dann muss sie sich endlich gründlich mit dieser Ideologie als ihrem wohl blindesten Fleck beschäftigen. Sie muss klarstellen, dass in ihrer Idee von der gerechten Gesellschaft der Glaube eine Sache zwischen dem Einzelnen und seinem Gott ist. Niemals jedoch kann sie Glaube als eine die Freiheit einschränkende Sache zwischen einzelnen Individuen akzeptieren. Zumal wenn diese im behaupteten Auftrag eines Gottes oder einer wie auch immer gearteten Ideologie meinen, Recht sprechen und exekutieren zu können. Die Durchsetzung dieses Prinzips ist noch keine hinreichende, wohl aber eine notwendige Voraussetzung für linke Politik. Es schadet uns Linken (und auch allen anderen) nicht, ein bisschen Hegel, Feuerbach und Marx gelesen zu haben, um dies zu begründen. Es ist jedoch absolut nicht notwendig, um diese naheliegenden Schlussfolgerungen zu ziehen.“Alle Terrorakte gleichen sich in ihrer Unrechtmäßigkeit und alle Todesopfer des Terrors gleichen sich in der unweigerlichen Auslöschung ihrer Existenzen.“

Selbstverständlich ist es die Aufgabe linker Politik, die sozialen Zusammenhänge rund um Terror und Kriminalität zu durchleuchten und daraus Schlüsse zu ziehen. Linke Politik muss Machtverhältnisse und Hierarchien thematisieren, sich für die Sozialisation des einzelnen interessieren und sie muss diskriminierende Strukturen in Staat und Gesellschaft aufdecken und ändern. Dem Ziel folgend, unser Zusammenleben gerechter und somit auch sicherer zu machen, kann anschließend über einzelne Maßnahmen gestritten werden.

Doch über eines muss von Beginn an unverdruckste Klarheit bestehen: Alle Terrorakte gleichen sich in ihrer Unrechtmäßigkeit und alle Todesopfer des Terrors gleichen sich in der unweigerlichen Auslöschung ihrer Existenzen. Diese bedrückenden Fakten sowie das Mitgefühl mit Opfern und Angehörigen stehen am Anfang einer jeden Betrachtung.

Darüber müssen wir sprechen.

Laut, öffentlich, unmissverständlich.

Für rechte Ideologen sind Opfer islamistischen Terrors vor allem eines: Angst und Schrecken auslösende Ikonen ihrer rassistischen Thesen zur allgemeinen Entwicklung der Gesellschaft. Dieser Argumentation, die nicht nur die Gesellschaft spaltet, sondern gleichermaßen die Opfer verhöhnt, muss gleichzeitig Einhalt geboten werden.

Grundlage dafür sollte ein breiter Konsens darüber sein, dass alle Terroropfer gleich an Würde sind und die Täter keiner Hierarchisierung bedürfen. Jegliche Lynchjustiz stellt einen barbarischen Verstoß gegen die Freiheiten dar, die mühsam für uns erkämpft wurden. Die Verurteilung solcher Taten bedarf zumindest im ersten Schritt keiner weiteren Nachfragen.

Ein solcher mit Leben gefüllter Konsens könnte stark genug sein, um keine Angst mehr vor seiner missbräuchlichen Vereinnahmung haben zu müssen.

Veröffentlicht unter 2020

Der Staat observiert

Tödliche Messerattacke: Blumen und Kerzen am Tatort in Dresden, wo ein 20-jähriger Syrer mit einem Messer auf zwei Passanten eingestochen haben soll.
Blumen und Kerzen am Tatort in Dresden, wo ein 20-jähriger Syrer mit einem Messer auf zwei Passanten eingestochen haben soll. © Sebastian Kahnert/​dpa

Donnerstag. Die Behörden haben den Mann seit 2017 auf dem Schirm. Gerade erst aus der Haft entlassen, wird er von den Experten als nach wie vor gefährlich eingestuft. Erneute Straftaten sind zu erwarten, weshalb er nach seiner Entlassung gleich doppelt observiert wird: Vom sächsischen LKA und vom Verfassungsschutz.
Am 4. Oktober sticht der so Beobachtete auf zwei Touristen in der Dresdener Innenstadt ein. Einer der Touristen stirbt. Bei den Angegriffenen handelt es sich um ein schwules Paar. Zum genauen Zeitpunkt der Observation erfährt man nichts, außer, dass die Behörden sich dazu nicht äußern. Heißt das etwa, die haben zugeguckt? Und die Tat einfach geschehen lassen???
Jetzt bedauern die Behörden. Erklärungen werden nachgereicht: Eine Abschiebung sei nicht möglich gewesen. Der Angreifer, der schon früher für das Terrornetzwerk „Islamischer Staat“ geworben und wegen staatsgefährdender Gewalttaten und Körperverletzung eine Jugendgefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten abgesessen hat, ist Syrer, und in Syrien herrscht Krieg.
Ist das noch vermittelbar? Dass ein Terrorist mit dem Status des abgelehnten Asylbewerbers seit 2015 in Deutschland geduldet wird? Sowohl das LKA Sachsen als auch das Landesamt für Verfassungsschutz sind davon ausgegangen, dass er „unverändert islamistisches Gedankengut vertrat“, sagt LfV-Präsident Christian. Darf ein Abschiebestopp ein „Freibrief für gewalttätige und bereits verurteilte Straftäter“ sein?, das fragt sich auch so mancher Innenminister.
Mittlerweile ermittelt der Generalbundesanwalt.

Veröffentlicht unter 2020

Durch

Dienstag. Dass sie schützt, ist das eine. Das andere, dass sie unsichtbar macht. Egal, was ich anziehe, ob ich mir die Lippen schminke oder die Frisur style, alles verschwindet hinter dem Stück Baumwollstoff mit den unattraktiven Gummibändern. Keiner sieht mehr keinen an aus der anonymisierten Maskenmasse. Vollkommen egal also, was dahinter steckt.
Also muss ich auch nicht mehr freundlich lächeln, wenn mir in Wahrheit grimmig zumute ist, insbesondere heute, wo der Grimm sehr dominant ist, und das empfinde ich eindeutig als Vorteil. Meinen Augen ist nicht abzulesen, dass ich am Morgen das Wichtigste zuhause vergessen habe, obwohl ich es extra auf die Kommode im Eingang gelegt habe, wo es jetzt immer noch liegt, sinnlos und vergeblich und später zu nichts mehr zu gebrauchen. Nicht abzulesen, dass ich im Aufzug panisch berechne, ob ich mitten in den Aerosolen des gerade Ausgestiegenen stehe und dass ich meine Rechnerei im selben Augenblick total bescheuert finde und mich – vergeblich – zu mehr Gelassenheit ermahne. Nicht abzulesen, dass ich mich über die Kinn- und Unter-der-Nase-Träger*innen ebenso aufrege wie über die, die an der Rewe-Kasse lautstark „Bitte etwas mehr Abstand!“ von mir einfordert, weil ich schon wieder in Eile und im Abflug und der Vorderfrau etwas zu nah auf die Pelle gerückt bin – das alles sieht niemand hinter meiner Maske, und das ist wirklich gut so.
Die 3. Pandemiestufe gibt mir den Rest, ich sehe da nicht mehr durch, am wenigsten bei mir selbst. Außer dass ich gerade ziemlich durch bin.

Veröffentlicht unter 2020

Virologie im 16. Jahrhundert

Sonntag. Luther wieder! Ja, auch zur Epidemie hat er etwas zu sagen gewusst, die damals Pest hieß und im Jahr 1527 Wittenberg erreichte.
Ob auch die Pfarrer vor der Seuche fliehen und die Stadt verlassen dürfen, wie es 1525 der Stadtrat von Breslau zum Schutz der Gesunden empfohlen hatte, wollten nicht nur seine Breslauer Amtsbrüder von dem berühmten Reformator wissen. Während die Universität und die Professoren nach Jena übersiedelten, mahnte Luther, nicht allzu zaghaft zu sein. Er selbst blieb in Wittenberg, predigte, hielt Vorlesungen, arbeitete als Seelsorger und passte bei all dem in vernünftiger Weise auf sich und sein leibliches Wohl auf.
Und verfasste die Schrift Ob man vor dem Sterben fliehen möge* (1527).
Antwort gibt er darin in zweifacher Weise: Wo jemand in Not ist, „sind wir alle aneinander gebunden, dass keiner den anderen in seinen Nöten verlasse.“ Zum anderen sei unnötige Todesgefahr zu vermeiden. Das Fliehen sei gerechtfertigt, sofern genügend Leute da sind, sich um die Kranken und Sterbenden zu kümmern. Auch wer sehr ängstlich sei, solle besser weggehen. Denn sein Leben zu schützen sei natürlich, und ’natürlich‘ heißt bei Luther immer „von Gott eingepflanzt“. In jedem Fall sollen die Ängstlichen nicht verdammt werden von denen, die sich stark fühlen. Wo das Leid hinkommt, da gilt es, sich selbst zu rüsten und den anderen zu trösten.
Außer Frage steht es für Luther, dass die Pest eine Strafe Gottes ist, doch eher in dem Sinn, den Glauben und die Liebe auf die Probe zu stellen. Andererseits heißt es für ihn Gott auf die Probe zu stellen, wenn man sich der Gefahr allzu „vermessen und keck“ ausliefert. „Denn Gott hat … die Vernunft gegeben, dem Leib vorzustehen und ihn zu pflegen, dass er gesund sei und lebe.“ Es geht also um den Weg der goldenen Mitte zwischen Fürsorge, die das persönliche Todesrisiko abwägt, und Vorsicht, sofern der Nächste nicht vernachlässigt wird.
Luther wäre heute eindeutig Masken- und Quarantänebefürworter. Vorsicht und Rücksichtnahme gehen ihm über Leichtfertigkeit: „Zudem ist das noch greulicher, dass einer, der seinen Leib so vernachlässigt und die Pest nicht abwehren hilft, soviel er kann, auch viele andere beschmutzen und anstecken kann, die sonst wohl lebendig geblieben wären, wenn er seinen Leib gepflegt hätte. … Fürwahr, solche Leute sind gerade, als wenn ein Haus in der Stadt brennt, dem niemand wehrt, sondern man lässt dem Feuer Raum, dass die ganze Stadt verbrennt.“
Diesen Gleichgültigen sagt er den Kampf an: „Nicht so, meine lieben Freunde, das ist nicht fein getan!“ Vielmehr sollen die Leute alles tun, was hilft: Das Haus „räuchern, die Luft reinigen helfen, Arznei geben und nehmen, Orte und Personen meiden, … damit ich mich selbst nicht vernachlässige und dazu durch mich vielleicht viele andere vergiftet und angesteckt werden und ihnen so durch meine Nachlässigkeit eine Ursache des Todes entsteht.“
Letzteres könnte direkt von Prof. Christian Drosten sein. „Wo ein jeder das Gift abwehren hilft, … ist gewiss ein geringes Sterben in solcher Stadt“, resümiert der spätmittelalterliche Theologe ganz wie ein moderner Virologe, dem auch das Phänomen der Superspreader nicht unbekannt ist: „Sie gehen, wenn sie die Pest heimlich haben, unter die Menschen.“ So verhielten sich offenbar manche seiner infizierten Zeitgenossen, weil sie glaubten, das Virus dadurch loszuwerden: „Sie gehen also auf die Gassen und in die Häuser, damit sie die Pest anderen oder ihren Kindern und ihren Leuten an den Hals hängen und sich [selbst] damit erretten.“
Noch schlimmer erachtet Luther diejenigen, die aus reiner Bosheit ihre Krankheit unters Volk bringen: “ Sie wollen sie dahin bringen, gerade als wäre die Sache ein Scherz, als wenn man jemandem zum Spaß Läuse in den Pelz oder Fliegen in die Stube setzt. Ich weiß nicht, ob ich’s glauben soll. … Sie gehen lachend dahin, als hätten sie es gut gemacht. Bei dieser Weise wäre es besser, bei wilden Tieren zu wohnen als bei solchen Mördern.“
Ganz praktisch rät Luther: wer die Krankheit hat, soll sich von anderen Menschen absondern, um Ansteckung zu vermeiden, und sich schnellstens mit Arznei Hilfe suchen, „damit so das Gift beizeiten gedämpft wird.“ Dies käme nicht nur dem einzelnen Kranken, sondern der ganzen Gemeinde zugute: „Denn so ist jetzt unsere Pest hier zu Wittenberg allein aus der Ansteckung hergekommen. Aus lauter Tollkühnheit und Versäumnis hat sie einige, und nur wenige, vergiftet.“
Diesen Rücksichtslosen brauchen auch die Sterbesakramente nicht gegeben zu werden, denn das sei wie Perlen vor die Säue geworfen: „Man findet leider so viel unverschämten, verstockten Pöbel, der weder im Leben noch im Sterben für seine Seele sorgt. Sie gehen hin und liegen, sterben auch dahin wie die Klötze, in denen weder Sinn noch Gedanken sind.“
Den Gläubigen rät Luther, sich rechtzeitig zu versöhnen, ein Testament zu machen und für die Seele zu sorgen. Seine Pest-Empfehlungen münden in einem Ratschlag, der eine entscheidende Wende in der Bestattungskultur einleiten sollte: Die Toten mögen nicht länger auf den Friedhöfen neben der Kirche, sondern jenseits der Stadtmauern bestattet werden. In dieser Angelegenheit fordert Luther die „Doktoren der Arznei“ zu einer Stellungnahme auf, „ob aus den Gräbern Dunst oder Dampf ausgeht, der die Luft verpestet. Wenn dem aber so wäre, so hätte man gemäß den oben erwähnten Warnungen Grund genug, den Kirchhof außerhalb der Stadt zu haben. Denn wie wir gehört haben, sind wir allesamt schuldig, dem Gift zu wehren, womit man es eben vermag.“
Abschließend erbittet Luther göttliche Hilfe gegen die überall hochkommenden Sekten und die „Schwarmgeisterei“.
Was? Verschwörungstheoretiker gab es damals auch schon? Und ob! Am besten, so der Gottesmann und Freund der klaren Ansage, ignoriert man sie. Denn sie seien wie eine „Wanze, die schon an sich stinkt. Je mehr man sie reibt, um so ärger stinken sie.“

*Martin Luthers Schriften Band 2, Insel Verlag 1990

Veröffentlicht unter 2020

Pandemiestufe 3

Freitag. Die landesweite 7-Tage-lnzidenz von 35 Fällen pro 100.000 Einwohner ist erreicht: Wir haben Pandemiestufe 3. Heißt Maskenpflicht im Unterricht. Obwohl noch nie ein „Amt“ Hot Spot war. Da kommen einem solche Maßnahmen sehr unsinnig vor. Wie sich vor 30 Kindern/Jugendlichen mit Maske verständlich machen? Wie die Jugendlichen, die auch ohne Maske oft zu leise sprechen, verstehen? Das wird eine lustige Woche, und dabei sind alle froh, dass das „Amt“ überhaupt offen ist. Droht der 2. Lockdown?, wie eine dunkle Wolke hängt die Frage über einem, während man sich in digitale Unterrichtsformen einarbeitet und nebenher sein übliches Pensum abarbeitet. In meinem Fall ein volles Deputat.
Am Abend kommt PM. Bisher ist alles genauso gekommen, wie er es vorhergesehen hat. Jetzt malt er zwei Szenarien aus: Die Viruslast wird mit der Zeit geringer, weil die Leute sich an die Regeln halten und weil sich das Virus verändert. Doch im Moment steigt die Zahl der schweren Verläufe wieder, was eigentlich dagegen spricht. Das zweite Szenario will ich nicht wahrhaben, deshalb widme ich ihm hier keine Zeile.
Ich habe Kürbissuppe gekocht und feine Sachen bei Metzger Zeeb eingekauft, doch es gibt nur ein Thema, die Pandemie. Das ist ermüdend. Die Pandemie ist ermüdend. Man muss sich irre aufrüsten, um die Motivation zu halten. Man hat keine. Man fragt sich, wozu, und das ist die schlimmste Frage ever! Die darf gar nicht erst aufkommen. Wieso auch, es läuft doch gut. Gestern habe ich 30 Collagen zum Thema „Wie ich mich sehe“ entstehen sehen – Einstieg Kleider machen Leute, Lektüre ist im Lockdown-Modus optimal. Wenn 30 Jugendliche schnippeln, verschieben, kleben, sich ihre Gedanken machen und bei der Sache sind, bin ich glücklich. Wir sind miteinander im Gespräch, was gibt es Wichtigeres. Beim Thema Barock-Lyrik, beim Thema Weltbilder – immer wieder fühlen sie sich an diesem Vormittag auf die Pandemie zurückgeworfen. Texte von Bedrohung und Ausgeliefertsein, 1500 oder 500 Jahre als, sind auf einmal brandaktuell. Auf einmal werden sie still. Besser zusammen als alleine vorm Bildschirm.

Veröffentlicht unter 2020

Sendbrief vom Dolmetschen

Dienstag. Wochen und Monate haben er und seine Mitarbeiter oft gebraucht, um gemeinsam nach einem einzigen passenden Wort zu suchen – und es manchmal doch nicht zu finden. So klagt Martin Luther in seinem Sendbrief vom Dolmetschen aus dem Jahr 1530, in dem er die Mühen der Bibelübersetzung aufs Anschaulichste beschreibt.
Dolmetschen hieß für Luther Auslegen. Erst wer den Sinn eines Textes erfasst, kann die passenden Wörter wählen. Luther und sein Expertenteam überdachten und überarbeiteten die biblischen Texte deshalb immer wieder. Jede neue Erkenntnis über die Geschichte und Kultur des Nahen Ostens, jedes bessere Verständnis des Griechischen und Hebräischen ermöglichte ihnen eine treffendere Ausdrucksweise. Für Luther hörte die Arbeit an den biblischen Texten deshalb nie auf. 1522 erschien das sog. September-Testament, das Neue Testament in deutscher Sprache. Schon drei Monate später war es vergriffen und musste neu aufgelegt werden: das Dezember-Testament. Die vollständig übersetzte Bibel erschien erst 1534. Luthers Motto: „Man muss dem Volk aufs Maul schauen. „Der Theologe wollte verstanden werden, verquastes Gelehrten-Geschwurbel war ihm zuwider. So schuf er eine gehobene Alltagssprache voller lebendiger Bilder aus dem alltäglichen Leben, im Gottesdienst wie im häuslichen Studium anwendbar.

Kleine Kostprobe – Ps. 90, V. 12:
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. … (Luther-Übersetzung)
– Lehre uns zu bedenken, wie wenig Lebenstage uns bleiben, damit wir ein Herz voll Weisheit erlangen! (Genfer Übersetzung)
– Darum bringe uns das Zählen unserer Tage bei. Dann bekommen wir ein Herz voller Weisheit. (Offene Bibel)
– Lass uns erkennen, wie kurz unser Leben ist, damit wir zur Einsicht kommen. (Gute Nachricht)
– Hilf uns doch zu verstehen, Gott, warum unsere Tage so kurz bemessen sind, damit wir klüger werden. (Klaus Bannach)
– Erinnere uns, dass wir klein sind, kurzfristig hier auf geliehener Erde wohnend. Lehre uns, dass wir sterben müssen. (Dorothee Sölle)
– Lass uns den Tod bedenken, damit wir zu einem Leben finden, das stärker ist als der Tod. (Vera-Sabine Winkler)
– Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir Leben gewinnen. (Vera-Sabine Winkler)*

Der Satzlängen-Vergleich sagt genug aus! Kurz davor heißt es übrigens passenderweise: Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz (Ps. 90, V. 9). Wie wahr.

________________
*zusammengestellt von Bärbel Bähr-Kruljac

Veröffentlicht unter 2020

Jetzt anstatt zu spät – cooles Statement von den Fake Fakts*

  • *ehemals The Savants
  • Text: STR 1
    Großes Geschrei und dabei gibt es zwei oder drei
    Menschen, die wie verrückt um sich gröhl‘n
    Weil ein Stofffetzen sie, die sehr leiden und das wie,
    seit Wochen schon verstört
    Tut es wirklich so weh, dass ich dich so leiden seh‘?
    Mundschutz stranguliert und kastriert
    nur Egoisten und Narzisten, die in Selbstmitleid nisten
    alle andern ham‘s kapiert
    BRIDGE 1
    Zukunft hat, wer Demut zeigt
    sie stirbt durch falsche Eitelkeit
    REF
    Dieser Tag kann anders sein
    als jeder bisher
    Schreien hilft nicht mehr
    STR 2
    Eigentlich spinnefeind, in der Sache dann vereint
    Vom Hippe bis zum Fascho lautes Jammern, Kopf an Kopf
    Jeder Arzt, „heilandsack“, trägt die Dinger jeden Tag
    und keine Lunge wird verstopft
    Wenn dieser kleine Fetzen wirklich ein Problem für dich ist,
    bist du keiner, der echte Probleme kennt
    Keiner trägt die Dinger gern, doch sich darüber zu beschweren
    ist bis zum Anschlag dekadent / ist einfach dekadent
    BRIDGE 2
    Wahres Glück ist große Kunst
    und lauert in deiner Vernunft
    denn helfen kann helfen, wenn du ängstlich bist
    REF
    Dieser Tag kann anders sein
    als jeder bisher
    Schreien hilft nicht mehr
    Aluhütchen weg
    Realität
    Jetzt anstatt zu spät
    STR 3
    Woher kommt all die Angst, die in diesen Köpfen tanzt
    geglaubt wird alles, was zerstört
    Die Verschwörer dieser Welt haben manches Hirn abgestellt
    und jeder Blödsinn wird erhört
    Paranoide Ungelehrte machen hier auf Chefexperte,
    es folgt eine Jammertour
    und sie verwechseln Unbequemlichkeit/Unannehmlichkeit
    mit Unterdrückung und Diktatur
    BRIDGE 3
    Umsonst erhältst du Empathie
    Zum Preis deiner Egomanie
    vielleicht wärst du dann auch nicht so verbittert und so frustriert

    (Lyrics and Music: Tobias Keppeler)
Veröffentlicht unter 2020

Langer Abend

Samstag. Das war ein schöner Abend. Lesung in Ludwigshafen (Protestantische Melanchthonkirche) mit meinem Buch Lass uns über den Tod reden. Da die Veranstaltung wg. Corona nicht so reichlich besucht war, ergab sich hinterher ein phantastisches Gespräch. Alle haben ausgepackt: Gibt es ein Leben danach? Gibt es Kontakt zu unseren Verstorbenen? Gibt es ein Ende der Trauer? Geschichten so kostbar und intim, dass ich sie hier nicht ausbreiten will, dass ich sie am liebsten mitgeschnitten hätte. Alle hatten Zeit mitgebracht, und so fand die Lesung einschl. Signierung erst nach drei Stunden ein Ende. Einmal mehr zeigte es sich, dass gelungene Lesungen ein gegenseitiges Geben und Nehmen sind, ich fühle mich in gleicher Weise davon bereichert wie die Zuhörer*innen. Freundlicherweise wurde ich von dem Veranstalter-Ehepaar zum Bahnhof gebracht, was mir Zeit sparte, die ich dann doppelt und dreifach hatte – mein Zug nach Stuttgart hatte 50 Minuten Verspätung. Zum Glück hatte ich Proviant dabei: Fair gehandelte Trüffelpralinen – liebenswürdiges, köstliches Gastgeschenk. Gegen 1 Uhr morgens war ich wieder zuhause und noch sehr bewegt (und hungrig). Es gibt in diesen überstürzten, unsicheren Zeiten auch Ruhepole, man muss sie sich suchen, oder sie suchen einen.
Die Ludwigshafener Innenstadt hat mich deprimiert. Viel Beton, viel Dreck, heruntergekommene Straßen und Läden und auf dem ganzen Weg vom Bahnhof nach LH-Mitte kein einziger Bäcker, kein einziges Café, was ich dringend gebraucht hätte, weil direkt vom „Amt“ losgefahren und den ganzen Tag nichts gegessen. Das konnte ich ja nun im Zug nachholen. Ich liebe nächtliche Fahrten in leeren Zügen, da bist du mit dir allein, kannst hemmungslos nachdenken, keiner will was von dir, nichts bedrängt dich. Ein Abend wie schwarzer Samt.

Veröffentlicht unter 2020

Impro im Blindflug

Mittwoch. Online-Fortbildungen sind eine gute Sache: Man kann sich unsichtbar stellen und nebenher das Bad putzen. Oder eine vegetarische Hackfleischsoße zubereiten. Sehr zeitökonomisch. Der meditativ-kreative Aspekt, den eine Tätigkeit wie Putzen oder Kochen durchaus für mich hat, fällt damit natürlich flach. Nun, man soll nicht zu viel erwarten. Doch in den letzten zwei Wochen sind meine Tage so eng getaktet, dass mir schwindelig wird. Morgens laufe ich um halb acht im „Amt“ ein, um erst abends oder – wie gestern – nachts wieder rauszukommen. Anschließend Vor- und Nachbereitung für den Unterricht, nicht selten bis in die Morgenstunden. Mit jedem Tag wächst die To-do-Liste. Ein Gefühl, als würde man durch einen Wust von unbewältigten Aufgaben geschoben, ohne darüber nachzudenken, was man da eigentlich tut. Die Aufrüstung in Sachen Digitalisierung läuft nicht zwischen Tür und Angel, auch wenn das Kultusministerium sich das so vorstellt. Zeitaufwändige, oft verwirrende Corona-Auflagen tun ein Übriges: Gestern wurde die 2. Pandemiestufe ausgerufen, täglich gehen neue Bestimmungen an uns raus, die zum Teil schon am nächsten Tag wieder zurückgenommen werden, nachdem man sie bereits umgesetzt bzw. weitergegeben hat. Das ist nicht nur im „Amt“ so. Überall wird improvisiert, ein bisschen wie im Blindflug. Das Virus schlägt Haken, lässt sich nicht so leicht interpretieren, verändert sich, legt sich nicht fest.
Über dem Galgenberg, hoch oben am Nachthimmel, steht seit 20 Minuten ein lärmender, blinkender Hubschrauber. Was sucht er?, das ist gruselig, es ist gleich Mitternacht, die Fenster zittern, und der ist immer noch da …

Veröffentlicht unter 2020

Über Tod und Trauer reden – das habe ich gemacht mit:
Joe Bausch, Katrin Sass, Jochen Busse, Christopher Buchholz, Dieter Thomas Kuhn, Hans Jellouschek, Roland Kachler, Boris Palmer, Monika Ehrhardt Lakomy, Ilse Rübsteck-Falkenstein, Enno Kalisch, Arsène Verny, Hans Christof Müller-Busch, Ulrike Bliefert und anderen.

Sie alle haben einen geliebten Menschen verloren und erzählen davon, wie sie mit der Trauer umgehen und ins Leben zurückgefunden haben. 
Veröffentlicht unter 2020