Abscheulichkeiten

Dienstag. Es gibt so Unternehmungen, da weißt du genau, es wird richtig unangenehm. Aber du musst da hingehen. Es gibt wirklich keinen Ausweg. So einen Termin habe ich gleich. Genauer: In einer Dreiviertelstunde. Der Ordner steckt schon in meiner Tasche. Da hilft es mir auch gar nichts, dass der in hellem Meerblau erstrahlt. Meerblau mit Sonnenglitzern. Karibik, ganz klar! Palmen, Strand, Wattewolken sind auch darauf zu sehen. Die wattigen Versprechen eines Fotodrucks. Hoffentlich fehlt nichts in den Unterlagen. Bestimmt fehlt was. War bisher immer so. Jedes Blatt dokumentiert eine andere Abscheulichkeit. Da ist der Drang, es einfach wegzuschmeißen, immens. Aber jedes Blatt ist eine Botschaft der Gegenseite und damit Zeugnis, Beleg. (OmG!, wie lange habe ich gebraucht, die Gegenseite überhaupt als Gegner zu begreifen. War sie doch zwanzig Jahre lang mein Anker.)

Übrigens sind da keine Boote drauf. Ist mir noch nie aufgefallen, dass diese schmalen, schwarzen Boote, mit denen du als Kariber ganz schnell davon kommst, auf meinem Ordner fehlen.

In einer halben Stunde jetzt.