Der Partyanachronismus

Mittwoch. Partys sind angestaubt, erledigt, altmodisch, anachronistisch, aus der Zeit gefallen, antiquiert, gestrig, unmodern. Obsolet. Gewesen, vergangen, vergessen. Versunken. Fern. Veraltet. Vorbei. Überlebt, überholt, überwunden.

Partymachen passt den meisten irgendwie nicht mehr ins Zeitmanagement.

Oder warum sagen so viele ab? Etwa ein Drittel, laut Steves Erfahrung. Mit großem Bedauern und aus den seltsamsten Gründen, die Letzten erfahrungsgemäß noch am Tag der Party, weil da doch noch was anderes ist oder weil sie sich nicht fühlen.

Von meinen ca. fünfzig geladenen Freundinnen und Freunden würden nach Steves Berechnung ca. dreißig Leute kommen, und die sollten es auch sein, schon wegen der Theater- und Musikbeiträge und Friedrichs Lesung, also wegen der Leute, die fürs Programm sorgen, auf das ich mich schon so freue, und die, die vortragen, freuen sich auch.

Aber was soll ich sagen, wenn sich kein Babysitter auftreiben lässt, der Großtante plötzlich beim Umzug geholfen werden muss oder das AUTO AUSGEBRANNT ist?

Dumm gelaufen! Übrigens war ich im vergangenen Jahr, wenn ich das jetzt mal so richtig an beiden Händen abzähle, auf exakt acht Partys unterwegs. Das ist verdammt wenig. Hey, was machen die anderen, wenn sie Geburtstag haben oder wenn der Sommer über sie kommt? Vor dem Spiegel ein Gläschen Prosecco trinken? Guten Tach auch, du Ich? Wie gehts uns denn heute?

Oh Mann, das ist langweilig.