Die EKZ hat gesprochen

Montag. Wie die EKZ.Bibliotheksservice GmbH – Einkaufszentrale für Öffentliche Büchereien – ein (mein?) Buch einschätzt, ist nicht gerade unwichtig. Ihr Urteil entscheidet nämlich über die Neuanschaffungen für alle öffentlichen Bibliotheken. Für diejenigen, die sich immer schon gefragt haben, wie die Stadtbüchereien zu neuen Büchern kommen: Die EKZ unterhält ein Lektor*innen-Netzwerk, das die ca. 90.000 jährlichen Neuerscheinungen in deutscher Sprache durchforstet und dann 14.000 bis 16.000 Titel zur Anschaffung für den bibliothekarischen Bestandsaufbau auswählt.
Da bin ich mit Lass uns über den Tod reden jetzt also dabei mit folgender Begründung:

„Die Autorin (2 Romane) und Bloggerin, die u.a. Theologie studiert hat, fühlte sich bei der Sterbebegleitung ihres Vaters unzulänglich, weil der Tod außerhalb ihres Erfahrungshorizonts lag und ihr eine Kultur des Todes fehlte. Um dem entgegenzuwirken, hat sie 18 teils namhafte Hinterbliebene interviewt und aus ihren sehr unterschiedlichen Antworten sensible biografische Geschichten gestaltet. Ferner hat sie sie in Kapiteln angeordnet, in die sie jeweils einführt und den Tod als Auftraggeber, Versöhner, Lebensbegleiter, Weichensteller, Lehrmeister und Berufenden vorstellt.
So lässt sie z.B. Boris Palmer vom Krebstod seines Vaters erzählen, Roland Kachler vom Umgang mit dem tödlichen Verkehrsunfall seines Sohnes, Hans Jellouschek über den Tod seiner 1. Frau an Lymphdrüsenkrebs und eine Jüdin vom allgegenwärtigen Tod im Arbeitslager Riga. Ferner kommen ein Onkologe, ein Bestatter und ein Schauspieler (über das Sterben im Knast) zu Wort.
Berührende, kaleidoskopartige Texte, die zeigen, wie unterschiedlich Menschen trauern.“

(Ergänzend wird der Ratgeber Lebensende und Sterben von Thomas Sitte, Springer 2018, empfohlen.)

Freya Rickert, 13. Mai, 2019