Hauptwiderspruch

Dienstag. „Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens, und alles, worüber ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum.“ Das verkündet Greta Thunberg auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen, der vom 21. bis 23. September in New York stattgefunden hat.

„Ihr habt meine Träume und meine Kindheit gestohlen mit euren leeren Worten“, lässt sie die Mächtigen der Welt mit Tränen in den Augen wissen. Thunberg lässt sich nicht mehr aufhalten. Mit 15 weiteren Jugendlichen aus verschiedenen Ländern hat sie bei der UNO eine Menschenrechtsbeschwerde eingereicht. Die Jugendlichen werfen den Staaten vor, gegen die weltweit gültigen Kinderrechte zu verstoßen, indem sie zu wenig gegen den Klimawandel unternehmen.

Thunberg hat sich vorgearbeitet, endlich stellt sie die Systemfrage und nennt den Hauptwiderspruch beim Namen: Klimaschutz und Wirtschaftswachstum gehen nicht zusammen! Kapitalismus ohne Wachstum? Systemchange?, und was dann? Ob ihre Anhänger alle begreifen, was das bedeutet, was das für jeden einzelnen von uns bedeutet – sie bleibt dran. Und wir sehen da eine Bewegung heranwachsen, die der APO und der Studentenbewegung der Sechziger Jahre mit ihrem leitmotivischen Marsch durch die Institutionen powermäßig und inhaltlich in nichts nachsteht.