Kontemplation und Diskurs

Sonntag. Ich liebe wolkengroße Schaumberge auf meinem Badewasser.

Das Obstgesicht von Ed Sheeran … ist wie seine Songs.

Eigentlich ist mein gestörter Nachbar ein armes Schwein, aber weil er gleichzeitig so ein Kotzbrocken ist, der die Hausbewohner tyrannisiert und allen Angst einjagt mit seinem Cholerikergebrüll und seinem Armehochreißen (und seine Arme haben den Umfang von Walzen), kommt kein Funken Mitleid bei mir auf.

Viele Mails und Telefongespräche: Für mein Buchcover darf ich in Absprache mit dem Ch. Links Verlag einen Grafiker meiner Wahl um Entwürfe bitten! Eine Gratwanderung, das Thema ‚Tod‘ gestalterisch so anzugehen, dass es Neugier weckt: Ansprechend, aber nicht aufdringlich, dem Thema angemessen, aber nicht langweilig …

Lärm und Wälder von Juan S. Guse ist das langweiligste Buch, das mir seit langem untergekommen ist. 2012 hat Guse den Open Mike gewonnen und viele Stipendien einkassiert und ein paar Semester Kreatives Schreiben in Hildesheim studiert. Er schreibt eitel, verwechselt die Zeiten, liebt den einfachen Hauptsatz, längere Sätze geraten ihm oft verquast bis unverständlich, und er hält mit meeega langatmigen Detailbeschreibungen die Plotentwicklung auf. Dass es zwei verschiedene Zeit- und Personenebenen gibt, bemerkt die anfangs geneigte Leserin viel zu spät und eigentlich erst, nachdem sich die ärgerliche Verwirrung nicht mehr wegdiskutieren lässt. Die Protagonistin, Pelusa, ist dieselbe, und die beiden männlichen Protagonisten, was Pelusas Ehemänner sind, hält man irrtümlich auch für dieselben, weil sie exakt dieselbe Paranoia haben – sie sind Prepper und bereiten sich auf den Doomsday vor – , weil ihre Sprache dieselbe ist, weil die atmosphärische Färbung dieselbe ist. Warum? Sind diese beiden Typen bei allem Wahnsinn nicht doch auch irgendwie Individuen? Irgendwann fällt auf, dass in manchen Kapiteln penetrant von VHS-Kassetten die Rede ist – aah ja!, das ist dann also immer der Rückblick. Mit irgendwie dem anderen Mann. Die masochistisch quälende Lesearbeit lässt sich nur dadurch rechtfertigen, dass ich jetzt echt wissen will, wie Guse die Fäden zusammenführt. Laut Amazon-Bewertung soll ja der Plot gegen Ende an Fahrt zunehmen.

Mein Ratatouille mit viel Weißwein, Hackfleisch und Ofenkartoffeln kommt bei T. und Ye ausgezeichnet an. Teller leer, Topf leer!