Nachholbedarf

Samstag, B.N. Flaschen und Gläser noch auf dem Tisch, das Geschirr schon durchgelaufen, der halb volle Topf Soljanka auf dem Herd, oben schlafen sie noch, die Stille des Morgens wie ein Nachhall vom Abend. Kaffeeduft, Vogelgezwitscher aus der japanischen Kirsche vor PM’s Esszimmerfenster – einer dieser Momente von Einssein und Vollkommenheit, von dem ich weiß, dass ich ihn nicht vergessen werde. Später kommt Gisela runter, dann Steve, dann PM, langes Frühstück, Bummeln durch Ahrweiler mit Maske, aber ohne Test: ein ungewohntes Feeling, ein Zipfel Normalität. Mit neuen Sommerbusen und hauchzarten Schals in den Einkaufstüten kommen wir zurück, und die beiden fahren wieder nach Hause, während wir den Tisch von Neuem decken: am Abend kommen A. und J.
In Sachen soziale Kontakte haben wir echten Nachholbedarf. Erlaubt sind im Moment Zusammenkünfte von fünf Personen aus max. zwei Haushalten (PM und ich sehen uns als einen Haushalt), und mit PMs Sohn sind wir auch schon am Limit. PM’s köstliche Soljanka kommt gut an. Wir haben uns viel zu erzählen. Bei frischen Erdbeeren und Konfekt aus dem Vinum/Tübingen – beides perfekt zur neuen Eierlikör-Sorte, die unbedingt einem Test unterzogen werden muss – können die Planungen für den gemeinsamen Sommerurlaub wieder aufgenommen werden …