Nachtrag

Mittwoch. Um meinen letzten Blogpost  ein wenig zu relativieren: Ich liebe Sprache.

Weshalb ich die vielen Grausamkeiten, die ihr angetan werden, zutiefst verabscheue und – in Maßen – daran leide.

Es ist ja vollkommen in Ordnung, dass jeder sich in den verschiedenen sozialen Netzwerken zu jedem Problem schriftlich äußern kann, auch wenn die Äußerungen sehr oft kryptisch bis unverständlich ausfallen. Oder im schlimmsten Fall einfach durch Emojis ersetzt werden. Aber da schreiben eben Leute, die eigentlich gar nicht schreiben. Für die die Umwandlung eines bestimmten Tatbestandes in Wort und Syntax keinen Reiz, keine Herausforderung darstellt. Die lieber den Smiley-Button drücken, wenn sie Freude empfinden.
Weshalb ich die Postings der sozialen Plattformen auch gar nicht der Schriftsprache zuordnen würde, sondern der gesprochenen Sprache oder einer – mitunter sehr kreativen – dritten Kategorie dazwischen. In der E-Kommunikation geht es, im Gegensatz zum herkömmlichen Brief, doch gerade darum, das Geäußerte formal nicht zu reflektieren, sondern es zeitnah und „wie gesprochen“ in die Tasten zu hauen. Auf Kommata und Konjunktiv kann im Zuge der Spontaneität keine Rücksicht genommen werden – oft auch zum Nachteil der Verständlichkeit.

Logisch, dass einem als Sprachmensch da manchmal die Tränen kommen könnten! Wenn ich die geschredderten Sätze sehe, die hingerichteten Worte und die arme Syntax, die wie ein Lumpensack auf der Straße der zerschossenen Orthographie daher gehumpelt kommt, dann wird mir auch kurz mal übel. Aber wirklich nur kurz. Es gibt Schlimmeres auf der Welt.