Montag, Venedig. Nach Venedig mit dem Auto – Stress pur. Voll. Laut. PMs Laune am Boden. Aber dann: Der Canal Grande, die vielen Sprachen, die Gerüche, die Gassen und Gässchen und nach langem Umherirren mit GoogleMaps: Der von Lichtern gesäumte Markusplatz… Das ist alles echt! Erste Impressionen Blick aus unserem Fenster
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Moralische Asymmetrie
Sonntag, Diano Marina. Ich gebe Konstantin Schreiber recht: Die Tatsache, dass der Spiegel niemals ein vergleichbares Cover mit Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linke, aufs Cover bringen würde unter der Schlagzeile „Die gefährlichste Frau Deutschlands“, zeigt eine Asymmetrie in der moralischen Dramatisierung.
WeiterlesenAusgang
Dienstag, Diano Marina. Ich blicke ziemlich viel nicht. Vor allem, was Geographie, Himmelsrichtungen, Straßen, lange Gänge und Korridore, Türen, Ein- und Ausgänge angeht. (Ganz alter Horror: Schwimmbäder.) Aber ich komme immer an.
WeiterlesenUnterwegs
Sonntag, Diano Marina. Ankommen in unserem Lieblingsurlaubsort ist wie nach Hause kommen. Das Hotel, die Menschen, das Meer lösen eine ganz wilde, fröhliche Freude in mir aus. Heimat, so viel zu meiner dauerunbeantworteten Frage, hängt (für mich) mit Orten zusammen. Die innere Heimat, das Schreiben in meinem Fall, was ja praktischerweise überall geht, reicht mir nicht. Es ist vielleicht die wichtigste Heimat, aber nicht die einzige. Heimat können auch familiäre Orte sein. Zu wissen, dort haben die Großeltern gelebt, dort hat die Mutter auf der Flucht aus einem brennenden Haus die verkohlte Bibel gerettet, die jetzt noch in meinem Bücherschrank
WeiterlesenLebensspuren
2026, 2025, 2013
WeiterlesenRealistisch
Montag. Manchmal findet so ein längst vergessen geglaubter Schmerz seinen Weg in die Gegenwart, als warte er darauf, dass ihm der Stachel gezogen wird. Man greift nach einem süßen Kuchen oder zieht die neuen Schuhe an, als wäre das die Rettung. Dabei muss man einfach nur stillhalten und ihn annehmen, den Schmerz, und warten. Was ist das für ein herrlicher Sommer. Ein- und Ausatmen auf dem Balkon, das neue, ziemlicch schräge Buch von Deborah Levy August Blau, Schmetterlinge im kniehohen Lavendel, Rosen, Hortensien, lila, pink, weiß, darüber der penatenblaue Himmel. Farborgie.
WeiterlesenEin Abend
Sonntag. Die Thüringer feiern viel. W.s Party findet auf seinem Hof statt, den er vom Großvater geerbt hat. Da, wo wir sitzen, sind früher 200 Schweine rumgelaufen. Da, wo das Buffet aufgebaut ist, war früher der Futtertrog. Seine Großeltern seien gezwungen worden, sich einer LPG anzuschließen, was sie nicht wollten, aber mussten. Viele DDR-Geschichten, Bitterkeit über gebrochenes Selbstbewusstsein, über verhinderte berufliche Wege, aber auch Glück über unbeschwerte Kindheiten und intensive Freundschaften, die bis heute halten. Eine Jägerin erzählt PM vom Ansitz und vom Ausnehmen (man schneidet um den Anus herum und verknotet die Speiseröhre, damit der Brei nicht das Fleisch
WeiterlesenMenschenwürde
Samstag. 60.000 sollen es inzwischen sein. Die nach Ceuta geschwommen sind, zu dieser spanischen Enklave, von deren Existenz ich bis vor wenigen Tagen noch nichts wusste. Wegen irgendeiner Gesetzesänderung in Spanien, dass geschwommene Flüchtende nicht mehr zurückgeschickt werden dürfen, im Gegensatz zu denen, die über den Landweg gekommen sind, aber es ist ja eigentlich egal, wie verquast und verdreht manche Gesetze sind. Das Schockierende ist vielmehr, wie unvorstellbar viele Menschen sich einfach so aus dem Nichts auf den Weg machen, wenn sie auch nur eine klitzekleine Lücke wittern, durch die sie flutschen können, um endlich ihr Leben so zu leben,
WeiterlesenFragen stellen (bearbeitet)
Mittwoch. Immer wieder dieses Argument, weil die westliche Welt einen geopolitischen Entwicklungsvorsprung gegenüber dem Globalen Süden habe, werde der Islam sich zwangsläufig irgendwann von seinen archaisch-patriarchalen Wurzeln wegentwickeln, hin in Richtung Demokratie und Menschenrechte. NEIN! Dieses Argument, das ja irgendwie eine religiöse Ungerechtigkeit suggeriert, lässt sich eben nicht auf die religiös-weltanschauliche Entwicklung übertragen. Dann müsste auch das Judentum noch im Mittelalter stecken, was aber definitiv nicht der Fall ist. Israel, Kernland des Judentums, ist ein demokratisches Inselchen, umzingelt von muslimischen Autokratien. Der Unterschied in Sachen Rückständigkeit liegt einzig und allein in der Ideologie, sprich, im Islam begründet, der keine Trennung
WeiterlesenEinzel Täter (bearbeitet)
Sonntag, Tübingen. Wen interessiert, ob ein Anschlag auf unbeteiligte Bürgerinnen und Bürger, auf Minderheiten aus der LGBTQ-Community, auf Juden und jüdische Einrichtungen, von einem Einzeltäter oder von irgendeiner Gruppe ausgeführt wird? Und warum ist das immer die erste, reflexartige Frage in den Medien? Wie alle auch nur einigermaßen informierten Leute wissen, fordert die faschistoide Hamas seit dem 7. Oktober 2023 z.B. über Messangerdienste ganz direkt zu Einzelaktionen auf. Alle „Gläubigen“ in aller Welt sind aufgerufen, sogenannte Ungläubige zu töten. Mit dem Messer, mit der Machete, mit Gewehr oder einem Auto. Meine SchülerInnen sind zum großen Teil Muslime. Ich erlebe sie
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