Diese Dürfte erzählen eine ganz besondere Geschichte. Sagt sie mit Engelsstimme und taxiert mich aus den Augenwinkeln.
Welche Geschichte? Ich zeige auf eine grüne Sprayflasche.
Ihr Kopf ruckt, irritierter Blick. Na, das türkische Hammam. Kennt doch jeder, oder? Auffallend fällt sie aus ihrer gecoachten Werbesprache raus, doch fällt sie ebenso schnell wieder zurück:
Diese Produkte bauen so aufeinander auf, dass es eben ein richtiges Ritual wird.
Ah, ich verstehe. Die häufige Verwendung des Wortes Ritual fällt mir erst jetzt auf. Logisch! Ein Unternehmer entdeckt das Potenzial von Ritualen für die Vermarktung der namensgleichen Kette für scheinbare Notwendigkeiten.
Ich finde das auf einmal so traurig, dass ich aufhöre zu lächeln. Darauf hört sie auch auf – Spiegelneuronen. Sie wird jetzt eine Spur ärgerlich, pampig. Sie tut mir ein bisschen leid. Sie steckt da fest, in diesem Firmenritual, und merkt es nicht, die Gute.
Es gebe da auch noch Parfüms von Rituals, diese seien wesentlich günstiger als die von anderen großen Herstellern, hinter denen sie sich keineswegs verstecken müssten.
Sie sprüht mir etwas auf die rechte Hand, und etwas anderes auf die linke.
Netter Versuch. Am Ende stehen sie zu zweit vor mir. Ich kaufe nichts, aber eine Handvoll Proben ergattere ich. Sie lächeln wie zwei chinesische Winkekatzen, fehlt nur noch, dass sie die Hand heben. Oder sich verbeugen. Sie zeigen ihre Zahnreihen, ich meine.
Bis später, sage ich verlogen.