Dienstag. Alle drei haben eine 1 kassiert. Mit Fachkenntnis, flüssiger Rede und Eloquenz überzeugen sie uns, die Prüfungskommission. Und ich denke bei mir, während ich auf ihre Antworten zu reagieren versuche und die nächste Fragen stelle: Die Mühe hat sich gelohnt. Sie sind gut!, jeder auf seine Art. Ich muss gar nicht groß kämpfen, die Große Vorsitzende zieht mit und ist zufrieden. Ich auch, und dann Handschlag einer nach dem anderen, und sie marschieren aus dem Prüfungsraum. Das kenne ich noch vom alten „Amt“, da werde ich immer auch ein bisschen melancholisch, weil ich sie vielleicht nie mehr wiedersehe.
Anschließend stehe ich beim Bäcker an. Ein Typ mit weißem Pferdeschwanz steht in der Schlange vor mir. Er dreht sich um, wir schauen uns in die Augen, ziemlich lange, und ich sage: Wir kennen uns!, weil mir irgendwas dämmert, und er fällt mir um den Hals und herzt und küsst mich feucht-intensiv auf die Wange.
Über PM, sage ich schnell, wir kennen uns über PM. Der Typ strahlt, drückt mich noch einmal fest an sich und die Küsserei fängt von vorne an, während die Leute vor und hinter uns gedankenverloren zuschauen.
Komisch, dieses Eisenach, immer für eine Überraschung gut.
Am Abend im Berghotel Meeting mit der Frauengruppe, der ich seit ca. einem halben Jahr angehöre, und jetzt sitze ich hier zuhause und müsste ganz dringend eine E-Mail schreiben, die aber sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird, ich glaube, ich lasse es und lege mich mit Sechs Koffer von Maxim Biller – höchstens zwei Seiten, mehr schaffe ich nicht – endlich schlafen.