Trump hört nicht zu

Donnerstag, B.N. Man will nicht glauben, dass er das wirklich gesagt hat.

Trump forderte bei einem Treffen mit Angehörigen und Hinterbliebenen des jüngsten Schulmassakers / Parkland am Mittwoch im Weißen Haus die Bewaffnung von Lehrern! Darin sehe er ein wirksames Mittel im Kampf gegen Schulmassaker mit Schusswaffen.

„Das wären selbstverständlich nur Leute, die gut mit Waffen umgehen können“, sagte der US-Präsident. Sie würden die Schusswaffen verdeckt tragen und könnten im Ernstfall zurück schießen. Es würde dann keine waffenfreien Zonen mehr geben. „Denn waffenfreie Zonen bedeuten für Verrückte und Feiglinge: Geh rein und greif an!“

Gefordert hatten die Angehörigen allerdings das genaue Gegenteil, nämlich die sofortige Verschärfung der Waffengesetze! Tatsächlich scheint sich seit wenigen Tagen eine Jugendprotestbewegung im ganzen Land zu formieren – endlich, möchte man sagen. Schüler*innen verlassen den Unterricht und treffen sich vor dem Weißen Haus zu sogenannten Die Ins: Sie legen sich wie leblos auf die Straße und solidarisieren sich mit ihren Altersgenossen aus Florida. Dort sind Jugendliche von der Marjory Stoneman Douglas High School dabei, ihre Trauer und Wut in politischen Protest umzusetzen. Sie nehmen Videos auf, geben Interviews und schicken Essays an Zeitungen. Viele von ihnen werfen den Politikern vor, sie im Stich gelassen zu haben.

„Die Politiker sind daran gescheitert, Waffen aus den Schulen herauszuhalten“ schrieb der Parkland-Überlebende Cameron Kasky einen Tag nach der Attacke in einem Artikel auf der Homepage des Senders CNN. „Diesmal werden wir sie zur Verantwortung ziehen. Diesmal werden wir sie unter Druck setzen, damit sie handeln. Diesmal werden wir sie dazu zwingen, mehr Energie auf den Schutz von Menschen als auf den Schutz ungeborener Föten zu verwenden.“ Beide Parteien im Kongress seien schuldig, schrieb Kasky: „Die Republikaner nehmen große Spenden von der NRA und sind so deren grausamer Agenda verpflichtet, die Demokraten haben weder die Stimmen noch die Organisation, etwas dagegen zu unternehmen.“

Mitschüler David Hogg fragte bei CNN: „Wenn Sie es nicht schaffen, gewählt zu werden, ohne Geld von Kindermördern zu nehmen, warum treten Sie dann überhaupt an?“

Im ganzen Land sind so genannte Walk-Outs geplant: Ende März soll es einen „Marsch für unser Leben“ geben, dann werden Zehntausende Jugendliche auf die Straße gehen. Hoffentlich nicht nur Jugendliche. Hoffentlich halten sie durch. Hoffentlich ist ihr Atem lang genug, sich gegen eine bestialische Waffenlobby zu behaupten, an der zuletzt Obama gescheitert ist.

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dazu unbedingt ansehen: http://www.spiegel.de/video/parkland-massaker-schueler-zu-besuch-bei-donald-trump-video-99013579.html

nach: faz.net 20.02.18: Aufstand der Teenager