Mittwoch. Ich habe die Bestseller-Senkrechtstarterin Caroline Weil für mich entdeckt. Hatte zuerst Vorurteile, ich gebs zu, auch wegen ihrer Ponyfrisur (mea culpa). Die habe ich überwunden und freue mich allabendlich auf 1999 Meter über dem Meer. Ein weiblicher Roadmovie ohne zu viel politische Correctness und Gefälligkeit. Sehr erfreulich. Die Heldin erlebt nicht viel, aber was sie erlebt, filtert sie leicht und luftig durch ihre subjektive Brille, ohne oberflächlich zu sein.
Wahl kultiviert einen Schreibstil, der vielleicht nach dem fünften, sechsten Roman öde werden könnte. 1999 Meter über dem Meer ist auch inhaltlich verdammt nah an Windstärke 17. Ich schätze aber, die Autorin wird die Kurve kriegen. Sie ist für Überraschungen gut. Kürzlich habe ich ein Interview mit ihr gesehen: schlagfertig und dickfellig genug, auf unsinnige Kritik zu pfeifen. 1a-Voraussetzung!
Von Deborah Levy stehen nun alle Werke in meinem Bücherschrank. Levy ist, glaube ich, eher eine Author’s Author, kann mir nicht vorstellen, dass sich ihre Werke gut verkaufen. Für mich aber genau das Richtige, weil sie sehr komplex arbeitet und keine Schnellschüsse liefert. Im Gegenteil. Ich glaube, sie walgt jeden Satz 50 x durch, ehe sie ihn freigibt.
Morgen früh geht’s nach Tübingen (Schreibwerkstatt) und gleich am nächsten Tag nach Lüneburg zu Veronikas Geburtstag. Schön, wenn Schulfreundschaften so lange halten … und am Sonntag noch schnell in Frankfurt aussteigen und zur Buchmesse flitzen …