Montag. Wenn ich über irgendwas froh bin, dann darüber, dass Weihnachten endlich vorbei ist. Für Leute, denen es gerade nicht so supiwunderbartoll geht, können diese Tage richtig grausam sein. Klemens sagt, ich müsse die Rauhnächte genießen. Ich habe ihm gesagt, dass ich mit seinen Rauhnächten nichts anfange. Und dass ich die Zeit zwischen den Jahren schon immer gehasst habe. Er hat mich ganz erschrocken angesehen, und ich habe noch einen draufgesetzt und gesagt, ich könne es gar nicht abwarten, bis die Geschäfte wieder geöffnet haben. Warum?, hat er gefragt. Weil das Leben dann weiter geht, hab ich geantwortet. Was das
WeiterlesenKategorie: 2013
Ereignishaft
Samstag. Eine Begegnung ist eine Begegnung ist ein Date ist ein SichindieAugenschauen ist ein Erschrecken ist ein großes Fragezeichen. (PM)
WeiterlesenAbwendung
… wenn mit schwer abgewandtem Gesicht und vor lauter Abwenden ganz verdrehtem Hals der einst vertrauteste Mensch an dir vorüber zieht.
WeiterlesenRituale
Diese Düfte erzählen eine ganz besondere Geschichte. Sagt sie mit Engelsstimme und taxiert mich aus den Augenwinkeln. Welche Geschichte? Ich zeige auf eine grüne Sprayflasche. Ihr Kopf ruckt, irritierter Blick. Na, das türkische Hammam. Kennt doch jeder, oder? Auffallend fällt sie aus ihrer gecoachten Werbesprache, doch fällt sie ebenso schnell wieder zurück: Diese Produkte bauen so aufeinander auf, dass es eben ein richtiges Ritual wird. Ah, ich verstehe. Die häufige Verwendung des Wortes Ritual fällt mir erst jetzt auf. Ein Unternehmer entdeckt das Potenzial von Ritualen für die Vermarktung der namensgleichen Kette für scheinbare Notwendigkeiten. Ich finde das auf einmal
WeiterlesenVorurteilsfrei
Montag. Heute bekam ich vielleicht eine Mail! Da schlug mir einer vor, vorurteilsfrei übereinander herzufallen. Komisch. Ich hatte gar keine Vorurteile.
WeiterlesenAlleinleben
Dienstag. Lieber Peer, ich hätte da mal eine Frage: Wie kommst Du mit dem Alleinleben klar? Peer: „Hab mich in den letzten zwei Monaten viel zuviel mit anderen Leuten beschäftigt. Jetzt möchte und muss ich mehr allein sein. Ich hänge auch nicht den ganzen Tag im Internet rum, ob andere mich zur Kenntnis nehmen oder nicht. Ich suche nicht. Meine Zufriedenheit kommt daher, dass ich mal wieder einen guten Satz schreibe und mich daran freue. Das Romankapitel, an dem ich gerade arbeite, ist ein schwieriges Kapitel. Es handelt von einem, der ein starkes Selbstwertgefühl hat und der schon sehr alt
WeiterlesenSemantik
Mittwoch. AM MEISTEN GEFÄLLT MIR ALLES, steht auf der Mauer, vor der ich mein Fahrrad abstelle, wenn ich zu Dr. K. gehe. Zuerst fand ich den Spruch cool. Und witzig. Später dachte ich, dass er nur semantisch interessant ist. Inhaltlich dagegen ließe sich einiges daran aussetzen. Gibt es doch zu vieles, das mir gar nicht gefällt. Oder will der Spruch genau das sagen? Ironiealarm? Und jetzt finde ich ihn doch wieder gut. Einfach so. Ohne Begründung.
WeiterlesenEingenistet
Dienstag. „Und dann ist dieser Gedanke einfach dageblieben und mitgekommen auf meine Reise, bis nach Vietnam ist der mitgekommen, obwohl ich ihn immerzu abschütteln wollte, in den Tempeln oder sogar an einem See, ich hab’s ja dann durchaus auch mit diesen spirituellen Impulsen, wollte ihn also im See versenken oder im Götterhaus zurücklassen, opfern, aber no chance, so fest wie der saß und bei mir blieb. Und dann hab ich gedacht: Gut. Lieber Gedanke, wenn du dich so wohl bei mir fühlst, dann bleib halt da. Bitte schön: Bleib! Bleib doch, niste dich so richtig bei mir ein, ich werd’s
WeiterlesenBegeistertes Publikum
Donnerstag. Was wir in einer menschlichen Beziehung suchen, sind Rückkopplung, Verbindung, Anregung, Ergänzung und begeistertes Publikum, sagt Mike. „Ich habe den himmlischsten Ehemann von allen“, sagt Deeda Blair über ihren Mann, mit dem sie seit 1961 verheiratet ist. „Er gab mir unglaubliche Unabhängigkeit, meine Ziele zu verfolgen. Unabhängigkeit mit Applaus.“ (ELLE Nov. 2013)
WeiterlesenDas Märchen vom lachenden Prinzen
Montag. Es war einmal ein Prinz, der war wunderschön und hatte lange goldene Locken. Nur ein Makel störte seine äußerliche Vollkommenheit: Seine Miene war niemals ernst. Immer lächelte er und grinste, lachte oder kicherte, je nach Laune. Eines Tages traf er beim Ausritt auf eine Fee, die sich ihm in den Weg stellte und ihm, als er sein Pferd zum Stehen gebracht hatte, verkündete, er habe drei Wünsche frei. Ach, gute Fee, sprach der Prinz und schmunzelte auf die Fee herab: Was soll ich mir schon wünschen, bin ich ja recht eigentlich glücklich und zufrieden mit mir. Du willst dir
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