Randgruppencombo im LTT

Samstag. Gestern Abend Konzert mit  Heiner Kondschaks Randgruppencombo im LTT.

J. und T. hatten uns dazu eingeladen, the whole Family, das ist ihr wunderschönes Weihnachtsgeschenk für uns, und überhaupt noch viel wunderschöner ist, dass J. schon wieder dabei sein konnte, im Theater, mit Mütze auf dem Kopf, die die OP-Wunde elegant verdeckte, wer hätte das denn vor ein oder zwei Wochen gedacht …

Sehr berührende Stücke, was auch an der Entstehungsgeschichte der Randgruppencombo liegt, die sich vor über zehn Jahren einzig deshalb gegründet hat, um die Lieder des 1998 verstorbenen Lausitzer Künstlers Gerhard Gundermann der Welt zu erhalten. Die zehnköpfige Combo setzt die schlichten Melodien grandios um mit Bläsern, E-Geige, E-Bass und Piano, sodass aus melancholischen Folksongs kraftvolle, nicht minder melancholische Orchesterstücke werden.

Ein schöner Abend, Einstimmung auf Weihnachten, mit neuen Inspirationen, Ideen, Inputs …

Veröffentlicht unter 2013

Nach Weihnachten

Wenn ich über irgendwas froh bin, dann darüber, dass die Weihnachtsfeiertage endlich vorbei sind. Für Leute, denen es nicht gerade so supiwunderbartoll geht, können diese Tage richtig grausam sein. K. sagt, ich müsse die Rauhnächte genießen. Ich habe ihm gesagt, dass ich mit seinen Rauhnächten nichts anfange. Dass ich diese Zeit zwischen den Jahren schon immer gehasst habe. Rauhnächte hin oder her.

Er hat mich ganz erschrocken angesehen, und da hab ich noch einen draufgesetzt: Ich sei auch froh, wenn endlich die Geschäfte wieder offen haben.

Warum?, hat er gefragt.

Weil das Leben dann weiter geht!, hab ich geantwortet.

Was das Leben mit Geschäften zu tun habe – diese Frage lag ihm bestimmt auf der Zunge, doch zum Glück hat er sie sich verkniffen.

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Begegnung

Eine Begegnung ist eine Begegnung ist ein Treffen ist ein Date ist ein SichindieAugenschauen ist ein Erschrecken ist ein großes Fragezeichen.

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Abwendung

Auch eine Begegnung: Wenn mit schwer abgewandtem Gesicht und vor lauter Abwenden ganz verdrehtem Hals der einstmals vertrauteteste Mensch an einem vorbeizieht.

 

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Vorurteilsfrei

Heute bekam ich vielleicht eine Mail! Da schlug mir einer vor, vorurteilsfrei übereinander herzufallen.

Komisch. Ich hatte gar keine Vorurteile.

 

 

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Alleinleben

Lieber Peer., ich hab da mal eine Frage: Wie kommst Du mit dem Alleinleben klar?

„Peer.: Hab mich in den letzten zwei Monaten viel zuviel mit anderen Leuten beschäftigt. Jetzt möchte und muss ich mal wieder allein sein. Ich hänge auch nicht den ganzen Tag im Internet rum, ob andere mich zur Kenntnis nehmen oder nicht. Ich suche nicht. Meine Zufriedenheit kommt daher, dass ich mal wieder einen guten Satz schreibe und mich daran freue. Das Romankapitel, an dem ich gerade arbeite, ist ein schwieriges Kapitel. Es handelt von einem, der ein starkes Selbstwertgefühl hat und der schon sehr alt ist; beides ist für mich schwer vorzustellbar. Wenn mir das gut gelingt, dann bin ich glücklich.

Es tut mir überwiegend gut, allein zu sein. Zu viele Menschen tun mir nicht gut. Weil ich dann immer sehr schnell enttäuscht bin. Ich bin so werteorientiert. Die Menschen reden so viel von Werten und haben gar keine. Ich kenne einen Musiker, der regt sich immerzu über irgendwelche gesellschaftlichen Entwicklungen auf, zum Beispiel die Geldgeilheit, und merkt gar nicht, dass er selber auch nur aufs Geld aus ist. Der lebt von Hartz IV und redet ständig davon, was er alles tut, damit er jeden Monat den gleichen Betrag überwiesen bekommen. Der bescheißt, um über die Runden zu kommen, und investiert unheimlich viel Kraft darein. Diese Fixiertheit geht mir am Arsch vor bei.

Ich komme ganz gut mit sehr wenig Geld aus. Das ist für mich eine Tugend. So wie Treue. Ist auch megawichtig. Oder Ehrlichkeit. Na ja, das ist schon wieder ein anderes Thema.“

Danke, Peer!

 

 

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Semantik

AM MEISTEN GEFÄLLT MIR ALLES,

steht auf einer Mauer, vor die ich mein Fahrrad abstelle, wenn ich zu meinem Doc gehe.

Zuerst fand ich den Spruch cool. Und witzig. Später dachte ich, dass er nur semantisch interessant ist (Verknüpfung von von doppelter Bejahung und Hyperbel), inhaltlich dagegen weniger. Gibt es doch Viele, die, und Vieles, das ich gar nicht mag.

Oder will die Aufhäufung von Stilmitteln auf kürzester Strecke genau das Gegenteil sagen? Also Ironiealarm?

Und jetzt finde ich den Spruch irgendwie doch wieder gut. Meinetwegen nur aufgrund semantischer Erwägungen. Na und?

 

 

 

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Eingenisteter Gedanke

„Und dann ist dieser Gedanke einfach dageblieben und mitgekommen auf meine Reise, bis nach Vietnam ist er mitgekommen, obwohl ich ihn immerzu abschütteln wollte, in so Tempeln oder sogar an einem See; ich hab’s ja dann durchaus auch mit diesen spirituellen Impulsen, wollte ihn also im See versenken oder im Götterhaus zurücklassen – opfern -, aber keine Chance, so fest wie dieser Gedanke saß und bei mir blieb.

Und dann hab ich gedacht: Gut. Lieber Gedanke, wenn du dich so wohl bei mir fühlst, dann bleib halt da. Bitte schön: Bleib! Bleib doch, niste dich so richtig bei mir ein, ich werd’s schon aushalten. Wenn du unbedingt bei mir bleiben willst, dann wird das schon seine Gründe haben. Ich stelle mich nicht mehr gegen dich. Bleib. Es ist gut so. Bleib einfach.

Und nach ein paar Wochen, da war er plötzlich nur noch ganz schwach, der Gedanke. Er war nicht weg, das nicht, aber so schwach, dass ich ihn betrachten konnte, ohne zusammen zu zucken. Ach, dachte ich, das ist ja interessant! Jetzt geht er wohl von selber. So ganz allmählich. Macht sich davon, als hätte er sich zu Ende gedacht, der Gedanke. Nun gut, soll er ziehen. Bitte schön: Zieh! Verzieh dich doch, mach dich so richtig aus dem Staub, ich werd’s schon aushalten. Wenn du unbedingt verschwinden willst, dann wird das schon seine Gründe haben. Ich stell mich nicht mehr gegen dich. Es ist gut so. Verschwinde einfach.

Und dann habe ich gelernt, ohne diesen Gedanken zu leben. War eine ganz schöne Umstellung!“

Gu streicht sich ihre dicken, schwarzen Haare aus dem Gesicht und guckt mich an. Ihre  Augen sehen immer so aus, als hätte sie gerade einen Witz zum Besten gegeben und als wartete sie nur noch ab, ob man ihn auch versteht.

Ich danke Dir für diesen Abend, liebe Freundin.

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Begeistertes Publikum

Was wir in einer menschlichen Beziehung suchen, sind Rückkopplung, Verbindung, Anregung, Ergänzung und begeistertes Publikum, sagt Mike.

„Ich habe den himmlischsten Ehemann von allen“, sagt Deeda Blair über ihren Mann, mit dem sie seit 1961 verheiratet ist. „Er gab mir unglaubliche Unabhängigkeit, meine Ziele zu verfolgen. Unabhängigkeit mit Applaus.“

(ELLE Nov. 2013)

 

 

 

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