Nirgends überall

Samstag. Im Mongolischen gibt es kein Wort für bitte. Die Mongolen lieben Deutschland, und bei Fußballweltmeisterschaften fiebern sie für die deutsche Nationalmannschaft. Viele Ältere sind zur Ausbildung in der DDR gewesen, ihr Deutschlandbild ist ungebrochen positiv besetzt.
Erzählen uns B. und M., mit denen wir auf der Terrasse grillen, bis plötzlich das Tischtuch wegstiebt und Regen vom Himmel fällt. Wir gehen rein und hören Geschichten aus einem sehr fernen Land, aus dem B. kommt und in dem M. für mehrere Jahre gearbeitet hat, bis eine neue Arbeitsstelle sie in Thüringen landen ließ. Sie haben noch eine Wohnung, eine Ferienwohnung in der Mongolei. Ich kenne B. von der Schule, an der ich GsD nicht mehr bin und sie auch nicht.
Vier, die es aus den unterschiedlichsten Gründen nach Eisenach gespült hat. Uns verbindet das Gefühl von In-der-Fremde-sein, das M. aber als Überall-zuhause-Sein übersetzt. Sogar in der Mongolei.