Dienstag. Heute vor fünf Jahren war die Ahrtalflut.
Wenn ich daran denke, wie wir das alles bewältigt haben … meine Fresse. Und was diese Katastrophe alles in unserem Leben verändert hat! Natürlich wären wir ohne die Flut nicht nach Eisenach gezogen. PM ist seit dieser Nacht ein anderer. Wahrscheinlich ist das ganze Ahrtal immer noch traumatisiert. Heute war großer Politikerauflauf in Bad Neuenahr, Merz auf dem Marktplatz und so weiter.
Der rheinland-pfälzische CDU-Ministerpräsident Gordon Schnieder hat sich bei den Betroffenen entschuldigt: „Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass das Ahrtal nicht auf diese Flutkatastrophe vorbereitet war. Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass so viele Menschen gestorben sind. Es war Fehlbarkeit, dass das Leid in dieser Schicksalsnacht nicht abgemildert wurde. Dafür bitte ich als Ministerpräsident um Entschuldigung.“
Eine Geste, die mit Applaus aufgenommen wurde. Bei Malu Dreyer hat man vergeblich darauf gewartet, sie betonte ja mehrfach, dass sie sich für eine Naturkatastrophe nicht entschuldigen könne.
PM hat sämtliche Spuren seines Lebens, angefangen von Zeugnissen und Urkunden über eine umfangreiche Bibliothek, eine ebenso umfangreiche Plattensammlung, Kunstwerke und Wertgegenstände, Möbel und liebgewonnene Erinnerungen bis hin zum letzten Eierlöffel in der Flut verloren. Ich „nur“ das wunderschöne Biedermeieresszimmer von meinen Eltern, das schon bei ihm im Keller stand, weil wir in dem Haus zusammenziehen wollten.
Im Gegensatz zu ihm habe ich keine Nacht in Todesangst verbracht, während die Wassermassen das Haus umtosten und brennende Autos, Öltanks, Brückenpfeiler im Keller und im Erdgeschoss einschlugen… Ich weiß nicht, ob wir uns wiedersehen, hat PM damals gegen 23 Uhr zu mir gesagt, das war kurz bevor der Strom abgeschaltet wurde und der Handykontakt abbrach.
Worte, die ich nicht vergesse.