Nach vorn und zurück

Sonntag. Der Abend bei P. wirkt nachhaltig. So inspirierend, mein Geist empfängt direkt wieder Vibrations – danke, ihr tollen Menschen.
Morgens um halb drei, die letzten Gäste, laufen wir durchs menschenleere Eisenach nach Hause. Um neun gehts schon wieder weiter, nach Hamburg zu meinem Lieblingsonkel Uli. Zweite Tour durch sein nun schon recht leer geräumtes Haus, und doch finden wir noch einen Sessel, einen Tisch mit eingelassenem Leder, schöne Gläser, ein paar Bücher …
Er hat dieselbe Angewohnheit wie ich, in Büchern Zeitungsausschnitte und Postkarten zurückzulassen. Allein die alle zu lesen, bräuchte man 2 Wochen Zeit. Schöne Begegnung voller Melancholie und ohne viel Worte, Familie, ein wacher, betagter, kluger Geist, von dem ich hoffe, dass er eines Tages in uns weiterlebt.
Er ist der Bruder meines Vaters (und Vater meines leider viel zu früh verstorbenen Lieblingscousins Jakob, hier immer Jerome) und ihm so ähnlich, doch die schmerzhafte Kriegserfahrung blieb ihm erspart. Er ist ein fröhlicher Mensch, während ich bei Papa immer den Eindruck hatte, er hat den Mut zum Fröhlichsein, so im Sinne von trotzdem. Das macht den Unterschied …