Pageturner

Donnerstag, Tübingen. Der neue Roman liegt seit kurzem bei einer Agentin.
Bisher konnte ich alle meine 6 Bücher selbst unterbringen, doch die Acquise-Arbeit ist enorm, und über die Verbindungen eines Profis verfüge ich natürlich nicht. Nun bin ich sehr gespannt.
Die Protagonistin tut Dinge, die jede Frau gerne mal tun würde, aber sich nicht traut. Meine Heldin traut sich: Sie überschreitet Grenzen. Sie stalkt ihren fremdgeherischen Mann, lässt ein gewisses Potential an Machtphantasien in sexuellen Aktionen zu, ihr Rachefeldzug ist manipulativ und skrupellos, denn letztlich will sie den Kerl zurück.
Sie ist nicht ideologisch determiniert. Das macht die Sache spannend. Dröge Bücher gibt es genug.
Meine Heldin will etwas. In unseren verwirrten Zeiten an sich schon ungewöhnlich. Sie will es wirklich. Aber schafft sie es auch?
Die Leserin will es wissen. Das weiß ich inzwischen, von dem anonymen Bewertungsportal, bei dem die LeserInnen risikofrei ihre Bewertungen eingeben können. Der Roman sei ein Pageturner, die Bewertung hätte nicht besser sein können. Und so warte ich relativ entspannt. Plan B ist in der Tasche. Plan A wäre mir lieber, doch auch steinige Wege führen letztlich zum Ziel, wenn man mutig ist. Ich glaube, das bin ich.