Dunkeltag

Freitag. Heute wurde J.S. auf dem Bergfriedhof beigesetzt. Ungefähr 300 – 400 Trauergäste haben ihn verabschiedet. Sehr bedrückend, so eine Sache weckt unheimliche Ängste. Vor zwei Jahren hat er Abi gemacht und angefangen Theologie zu studieren. Kann mich gut an die Diskussionen mit ihm erinnern, er war immer einen Tick provokant, hat sich viele Gedanken über vieles gemacht … Anschließend zu Fuß zurückgelaufen und in der Stadt mein Fahrrad gesucht (und gefunden), das ich gestern vor dem Rundfunkinterview irgendwo angekettet und dann vergessen habe.
T. und L. angerufen, ob es ihnen gut geht.

Am Abend ist Vernissage im Stadtmuseum, wo Susanne mit mehreren Arbeiten vertreten ist. Volles Haus. Ich treffe Anne, auch Künstlerin, mit der ich später nach Hause laufe und mich für nächste Woche verabrede. Ihr erster Mann, erzählt sie, ist vor ein paar Wochen gestorben. Seine letzte Lebensgefährtin habe sich geweigert, die Beerdigung zu bezahlen, das sollten jetzt mal seine beiden erwachsenen Söhne übernehmen. Beide Söhne hätten aber kein Geld, sodass ihre jeweiligen Mütter eingesprungen seien. Die Kosten für die Beerdigung tragen jetzt also die beiden Exfrauen des Verstorbenen, von denen Anne eine ist. Sie lacht darüber, sagt aber: „Ich rede nicht mehr mit der!“, womit sie die geizige Lebensgefährtin meint. So kann’s gehen. (Vielleicht ist die aber gar nicht geizig, sondern wg. irgendwas verletzt?)
PM kann dieses WE nicht kommen. Sehr blöd.