Mittwoch. Deutsche werden jetzt also zum Verlassen der Ukraine aufgerufen – direkt nachdem die USA dieselbe Maßnahme ergriffen haben. Wird hier aufgrund von Spekulationen ein Krieg vom Zaun gebrochen?
Seit Tagen lancieren US-Militärs und Geheimdienste das Gerücht, dass der Einmarsch der Russen in die Ukraine unmittelbar bevorstünde.
„Herr Putin, lösen Sie die Schlinge um den Hals der Ukraine!“ setzt Bundespräsident Steinmeier noch einen drauf.
Wird hier das Szenario von 2003 wiederholt, als US-Außenminister Collin Powell die Weltöffentlichkeit über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak belogen hat, um ein Argument zu fingieren, in den Irak einzufallen? Eine Millionen Menschenleben hat diese Lüge gekostet.
Welche US-geheimdienstlichen Kenntnisse sind es denn eigentlich, die auf einen russischen Angriff schließen lassen? Erklärtermaßen will Putin keinen Krieg, sondern einen Vertrag über Sicherheiten, was den NATO-Beitritt der Ukraine betrifft. 2008 hatte Merkel auf dem NATO-Gipfel in Bukarest ihr Veto gegen den Beitritt der Ukraine und Georgien eingelegt. Was 2008 richtig war, ist das heute angesichts der aktuellen Spannungen nicht erst recht richtig?
Faktencheck: „Die NATO hat sich seit der Implosion der SU um weitere 14 Mitglieder auf nun 30 Staaten mit insgesamt 945 Millionen Einwohnern und 25 Millionen Quadratkilometern Fläche ausgedehnt. Die Osterweiterung war die größte Landnahme des westlichen Verteidigungsbündnisses – ohne, dass ein einziger Schuss gefallen wäre. Moskau grummelte, aber wehrte sich nicht.“ (Steingart, 16.02.2022)
Die Medien kochen die Gerüchteküche mit Begeisterung hoch: Endlich wieder ein Thema, mit dem sich die Bürger erschrecken lassen, wo der Schrecken der Pandemie seinen Zenit absehbar überschritten hat.
Meine Angst: Der Krieg wird noch so lange herbeigeredet, bis er wirklich stattfindet …