Kultur und Pläne

Sonntag. Da muss man also in die Provinz gehen, um so eine phantastische Aufführung von 1984 zu sehen – überzeugendes Script, tolle Schauspieler und ein wirklich beeindruckendes Bühnenbild. Unaufdringliche, stimmige Zitate aus anderen Werken, etwa die Schafherde aus Chaplins Moderne Zeiten oder die Bestrafungsstromschläge aus dem Milgram-Experiment bzw. Das Schweigen der Lämmer.
Gedankenverbrecher, Krieg ist Frieden, Doppeldenk, die ganze Orwellsche dystopische Vision auf der Bühne: der endgültige Sieg des totalitären Regimes über das Individuum. Nur das Ende ein wenig abgefedert, nach der psychischen Hinrichtung wird auf die Exekution verzichtet.

Und heute gehts gleich weiter mit einem Gottesdienst in der Georgenkirche, den der Wartburg-College-Chor aus Weverly / Iowa bereichert, ein führendes universitäres Vokalensemble der internationalen Spitzenklasse. Der Chor ist schon im Weißen Haus aufgetreten, tourt aktuell durch Europa, und jetzt – Eisenach. Wow! Ich hab’s eigentlich nicht so mit Chormusik, aber heute bei dem Konzert hatte ich mehrfach Gänsehaut.

Anschließend viele Reden und viel Applaus und dann der Jahresempfang des Eisenacher Gewerbevereins im Schlosshof. Einige neue Kontakte geknüpft, zum Glück war PM dabei, der auch noch den einen oder die andere von früher kennt.

Ich bin jetzt recht zuversichtlich, was die Planung und Finanzierung des neuen Buches mit jungen Eisenacher Texten angeht …