Montag. Ernsthaft? Niemand weiß, wer in der Flutnacht im Ahrtal – viel, viel, viel zu spät – den Katastrophenalarm ausgelöst hat?
Landrat Pföhler, der in der Flutnacht nicht mehr gesehen ward, war am Telefon auffallend fahrig und sprach nur von seinem Haus, das in der Nähe der Ahr steht?
Erich Seul von der Ahrweiler Kreisverwaltung hat um drei Uhr morgens in der Flutnacht Mitarbeiter aufgefordert, in die Kreisverwaltung zu kommen??? Zu einem Zeitpunkt, als Ahrweiler seit vier Stunden 5,09 m unter Wasser stand und die Kreisverwaltung, wenn überhaupt, allenfalls mit dem Hubschrauber zu erreichen gewesen wäre???
Fazit: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts …
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In den Pfingstferien trafen wir in Cervo/Italien eine ca. 25-jährige deutsche Touristin, die uns mit dem undurchschaubaren Busplan weiterhalf. Als sie mit einstieg, kamen wir ins Gespräch. Sie war als Krankenschwester als Helferin bei der Ahrflutkatastrophe eingesetzt gewesen. Ihre erste Aktion: Ein PKW musste aufgeschnitten und die beiden Insassen herausgeholt werden. Eine Mutter mit ihrem Kind, beide tot, ertrunken. Die junge Frau weinte, als sie uns das erzählte. Auch fast ein Jahr danach war sie von den Ereignissen, von den Bildern im Kopf tief gezeichnet.
PM hat sein Haus und seinen kompletten Hausstand in der Flut verloren, und auch meine Sachen sind weg – u.a. wertvolle Möbel, Porzellan, Silber … sozusagen mein elterliches Erbe, das in seinem Keller in Ahrweiler untergebracht war. Was es bedeutet, wenn plötzlich alles weg ist, wissen wir also. Soviel zu Pföhlers Fahrigkeit, die nachvollziehbar ist. Das Schicksal teilt er allerdings mit Tausenden im Ahrtal Lebenden, die alle ihr Haus und Hof und Hab und Gut in der Flut lassen mussten – und zwar aufgrund SEINER UND FRAU SPIEGELS „Fahrigkeit“ bzw. Verantwortungslosigkeit.
Während er abgetaucht war, hockten die meisten Betroffenen – so auch PM und sein Sohn – unter oder droben auf den Dächern ihrer von Wassermassen umtosten Wohnhäuser (der Nachbar klammerte sich die ganze Nacht an die Dachrinne) und fürchteten um ihr Leben.
134 Menschen verloren es.
PM hat sein Haus und seinen kompletten Hausstand in der Flut verloren, und auch meine Sachen sind weg – u.a. wertvolle Möbel, Porzellan, Silber … sozusagen mein elterliches Erbe, das in seinem Keller in Ahrweiler untergebracht war. Was es bedeutet, wenn plötzlich alles weg ist, wissen wir also. Soviel zu Pföhlers Fahrigkeit, die nachvollziehbar ist. Das Schicksal teilt er allerdings mit Tausenden im Ahrtal Lebenden, die alle ihr Haus und Hof und Hab und Gut in der Flut lassen mussten – und zwar aufgrund SEINER UND FRAU SPIEGELS „Fahrigkeit“ bzw. Verantwortungslosigkeit.
Während er abgetaucht war, hockten die meisten Betroffenen – so auch PM und sein Sohn – unter oder droben auf den Dächern ihrer von Wassermassen umtosten Wohnhäuser (der Nachbar klammerte sich die ganze Nacht an die Dachrinne) und fürchteten um ihr Leben.
134 Menschen verloren es.