Samstag. Was für ein wunderschöner Abend in der Buchhandlung „Buchgeschwister“ in Bad Langensalza. Ich bin noch ganz im Glück, und jetzt scheint auch noch die Sonne und ich liege auf dem Balkon – was für ein Luxus.
Die Lesung war ausverkauft. Tolles, interessiertes Publikum, kluge Fragen, gute anschließende Gespräche – genauso wünscht man es sich. Was wirklich zählt – 18 Mal Hoffnung in Krisenzeiten wurde fleißig gekauft. Aber auch Junge Texte aus Eisenach bekam viel Aufmerksamkeit und wurde ebenfalls gekauft. Das Interesse an Kultur scheint groß. Die Buchhandlung befindet sich in einem über 600 Jahre alten Haus, hochwertig restauriert wie die gesamte Altstadt, und strahlt den Geist von Geschichte und Leben und Zuversicht aus.
Bad Langensalza ist eine bildschöne kleine Stadt mit unzähligen Kneipen, Restaurants, bunten Läden und beachtlichen Sehenswürdigkeiten. Warum ist sie so leer? Das wundert mich als eine, die von den zunehmenden Menschenmassen in Tübingen manchmal genervt ist. Seltsam, dass im Zeitalter der Digitalisierung die Menschen sich nicht mehr verteilen. Häuser, Büros, Praxen kosten hier ein Viertel des Üblichen. Die Leute sind unflexibel und träge, jammern lieber anstatt sich zu bewegen. Haben die Mauer noch in ihren Köpfen.
Der Osten ist offen, Leute …