Montag, Eisenach. Was PM bedrückt und was er mir erzählt: keine Unterstützung für das Ahrtal.
Cornelia Weigand, Landrätin des Kreises Ahrweiler, ist seit der Ahrtalflut meine Heldin.
Schon damals hat sie als eine der ganz wenigen PolitikerInnen, vielleicht sogar als einzige Politikerin, aufrichtiges Engagement gezeigt. Daraufhin wurde die Parteiunabhängige zur neuen Landrätin gewählt. Allerdings fällt ihr jetzt die CDU in den Rücken, die lieber dem Weiter-So fröhnt.
Zum 5. Jahrestag, am 14. Juli, sprach Kanzler Merz in Ahrweiler auf der Gedenkveranstaltung im Kurpark von Ahrweiler davon, dass Deutschland ein Land sei, „in dem wir uns die Hände reichen“. Keine Region dürfe in der „Furcht vor Naturgewalten alleinbleiben“. Zwei Wochen später kam Merz‘ Absage für jede finanzielle Unterstützung.
Am 26.10.2026 schrieb Weigand einen Brandbrief an Merz. Darin beantragte sie für die längst geplanten Rückhaltebecken zum Schutz des Ahrtals Geld aus dem Aufbauhilfefond. Das sei aber der falsche Topf, so die CDU-Frau Mechthild Heil, die in Weigands Vorstoß eine öffentliche Inszenierung zu erkennen meint. (Ob Ost oder West: Wo Einzelne sich mit guten Ideen und persönlichem Einsatz aus der Masse herausheben, werfen andere ihnen die berühmten Steine im Weg.)
Der Aufbauhilfefond ist ein Sondervermögen des Bundes zur Beseitigung der Schäden nach der Flutkatastrophe 2021 (in der PM alles verloren hat). Er dient aber lediglich dem Wiederaufbau und nicht dem Bau von neuen Projekten. Die Landrätin weiß das natürlich. Sie weiß allerdings auch, dass alle anderen von Merz genannten Töpfe leer sind. Dagegen der Aufbauhilfefond hätte die für die Rückhaltebecken notwendigen 1,7 Mrd. Euro.
Warum wird der Aufbauhilfefond nicht für die Rückhaltebecken geöffnet und das freie Geld nicht für den Schutz der Menschen investiert? Fragt sich die unwissende, aber interessierte Bürgerin.
