Es ist nicht, wonach es aussieht

FAZ-Auslandskorrespondent Michael Martens fragt am 10. August auf einer Pressekonferenz in Belgrad den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine zu helfen, „mehr russische Soldaten zu töten“.
Man glaubt, sich verhört zu haben, hat man aber nicht.
Die F.A.Z. erklärt später, die Frage sei missverständlich formuliert gewesen, und äußerte Bedauern. Es sei nicht die redaktionelle Linie der Zeitung, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten.
Ich finde, das Video spricht für sich selbst.
Und ich frage mich: Gehört es zu unserer neuen Realität, dass wir solche entsetzlichen Fragen ertragen müssen? Sie gar gut finden sollen?
Ich verweigere mich dieser Kriegsbesoffenheit. Dieser Verlogenheit. Diesem Trend zur Entmenschlichung.