Mittäterschaft – nein Danke!

Giorgia Meloni, Ministerpräsidentin von Italien, und die italienische Regierungspartei Fratelli d’Italia wollen Burkas und Niqabs im gesamten öffentlichen Raum verbieten.
Das Verbot sei Teil eines umfassenderen Gesetzes, das darauf abziele, den „kulturellen Separatismus“ im Zusammenhang mit dem Islam zu bekämpfen.
Heißt umgedreht, die italienische / europaische Kultur vor islamischen (islamistischen?) Einflüssen zu schützen.
Die Burka ist ein Ganzkörperkleidungsstück, das die Trägerin von Kopf bis Fuß bedeckt und zudem noch ein Netzgewebe über den Augen enthält. Wer bezweifelt, dass es sich dabei um ein frauenverachtendes Kleidungsstück handelt, der sollte mal eine überziehen. Vor einiger Zeit hatte ich im Unterricht dazu Gelegenheit, ein Schüler hatte eine Burka dabei, dessen Eltern im Iran gearbeitet haben. Ich kann nur sagen: Sie macht ein ganz schlimmes Gefühl. Man ist einfach weg! Man fühlt sich als NICHTS. An der Burka ist wirklich nichts Gutes.
Auch der Niqab ist ein Gesichtsschleier, der nur den Sinn hat, Frauengesichter und Frauenhaar zu verstecken. Lediglich den Bereich um die Augen lässt er frei. Wer hat was davon? Ganz bestimmt nicht die Trägerin, deren eingeschränkte Sichtfreiheit den Alltag dramatisch erschwert.
Meloni zeigt mir ihrer Gesetzesänderung Eier, während unsere PolitikerInnen ihre Kräfte darin aufreiben, eine Integrationspolitik zu verteidigen, die schon in der Schule nicht funktioniert und im Alltag viel zu viele schreckliche Kollateralschäden hinterlässt. In der Regel sind es Femizide. Jeden Tag irgendwo in Deutschland, Frankreich, Spanien …
Ich arbeite mit tollen und kooperativen Migrantinnen und Migranten zusammen, sowohl Kindern als auch Erwachsenen, und habe sie ins Herz geschlossen. In ihnen liegt ein unglaubliches Potential. Wie unser System damit umgeht und die Betroffenen der neuen Situation einfach ausliefert, kommt mir manchmal verantwortungslos vor. Nicht wenige von ihnen sind genau vor den islamistischen, frauen- und fremdenverachtenden, mörderischen Kräften geflüchtet, die dann zu ihrem Entsetzen hier bei uns in Deutschland geschützt werden aus heuchlerischen Gründen oder aus Unkenntnis oder Ignoranz.
Solche Umstände sind zu absurd, um noch vermittelbar zu sein! Am wenigsten den geflüchteten Opfern.
Die Unterdrückung der Frauen und Mädchen fängt bei den Kleidervorschriften an. DAS ist vermittelbar, und das muss auch vermittelt werden. Ich als kleines, aber aktives Rädchen im gesellschaftlichen Getriebe möchte nicht zur Mittäterin werden. Eine Schräglage zu erkennen und zu benennen, ist schon mal ein guter Anfang.